VDI-Ingenieurmonitor
Ingenieurmangel gewann im Dezember an Schärfe

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Der Ingenieurmangel hat sich im Dezember 2010 weiter verschärft. Laut VDI-/IW-Ingenieurmonitor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) fehlten 49.800 Ingenieure. Das entspricht einer Zunahme um mehr als 6 % gegenüber dem Vormonat November. Damit wuchs die sogenannte Ingenieurlücke zum elften Mal in Folge. Rund 72.000 offenen Stellen standen nur noch rund 23.200 arbeitslos gemeldete Ingenieure gegenüber (November: 23.605). Der Inge­nieur­man­gel hat sich damit im Vergleich zum Dezember 2009 mehr als verdoppelt – für VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs eine erschreckende Entwicklung, „zumal nicht davon auszugehen ist, dass sich die Lage in den kommenden Jahren entspannen wird“.

Regional betrachtet waren in Baden-Württemberg (17.100), Nordrhein-Westfalen (13.900) und Bayern (10.300) die meisten Vakanzen ausgeschrieben. Die größte Zahl offener Stellen gab es erneut im Maschinen- und Fahrzeugbau. Hier wurden im Dezember 2010 rund 26.000 Ingenieure gesucht. Bei den Elektroingenieuren waren 16.300 und bei den Bauingenieuren 11.900 Stellen ausgeschrieben.

Dr. Hans-Peter Klös, Leiter Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, sieht eine Ursache der hohen Nachfrage darin, dass Ingenieure dank einer hohen Flexibilität in allen Branchen gefragt seien. Dies zeige auch das aktuelle Schlaglicht des VDI-/IW-Ingenieurmonitors: So sei ein Großteil der Ingenieure nicht im verarbeitenden Gewerbe tätig. Allein die Dienstleistungsbranchen beschäftigen rund die Hälfte aller Ingenieure.

Der aktuell Ingenieurmonitor des VDI und des IW Köln (Ausgabe 1/2011) mit den Dezember-Zahlen steht als kostenloser Download bereit.

(VDI ml)