Kernenergie
Lateinamerika hält an Nuklearprogrammen fest

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Der Atomkraft-GAU in Japan ruft nicht überall auf der Welt jenes Entsetzen hervor, das in Deutschland zu politischen Erdrutschen führte und vielleicht noch führen wird. In Lateinamerika z. B. zieht kaum jemand – weder Politiker noch Wähler, soweit überhaupt gefragt – Konsequenzen aus dem GAU. Im Gegenteil: Lateinamerika stehe „vor einer Renaissance seiner Nuklearpolitik“, meldet das German Institute of Global and Area Studies (GIGA). Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler wollen die traditionellen Nuklearmächte des südlichen Kontinents auch in Zukunft neue Atomkraftwerke bauen. Bisher atomkraftfreie Staaten in der Region erwägen sogar einen Neueinstieg.

Vor allem Argentinien, Brasilien und Chile halten am Bau neuer Reaktoren fest. Immerhin geht es nach Erkenntnissen der GIGA-Experten beim Bau von neuen Atomkraftwerken in der Region ausschließlich um die zivile Nutzung der Kernenergie für die Stromgewinnung sowie medizinische und Forschungszwecke. Selbst in Brasilien und Argentinien drohe weder eine Reaktivierung der militärischen Programme noch ein technologischer Rüstungswettlauf, so die Forscher.

Auch die Gefahr der Weitergabe an Terroristenstaaten und terroristische Organisationen sei gering, glauben die Wissenschaftler. Das Nichtproliferationsregime in Lateinamerika sei gleichermaßen engmaschig wie intakt.

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(GIGA / ml)