Kienbaum Gehaltsstudie
Geschäftsführer profitieren kaum vom Aufschwung

Die Geschäftsführer in Deutschland profitierten kaum von der raschen wirtschaftlichen Er­holung der vergangenen Monate. Das stellt eine aktuelle Studie der Managementberatung Kienbaum über die Entwicklung der Gehälter fest. Die Jahresgrundgehälter der Geschäfts­führer sind demnach 2011 gegenüber dem Vorjahr kaum kräftiger gestiegen als 2010 (2,7 %, 2010: 2,1 %). Die durchschnittlichen Jahresgesamtbezüge eines Geschäftsfüh­rers liegen aktuell bei 212.000 Euro. Für die Studie wurden 942 Geschäftsführer aus 555 Unterneh­men befragt.

Auffallend sind die großen individuellen Gehaltsunterschiede: Während 37 % weniger als 200.000 Euro im Jahr verdienen, erhalten 15 % der Geschäftsführer mehr als 500.000 Euro jährlich. Im Gegenzug sind Boni nach einem Rückgang Krisenjahren wieder im Kommen. Der Anteil der leistungsorientierten Vergütung an den Jahresgesamtbezügen ist von durchschnittlich 27 % im Vorjahr auf 33 % in diesem Jahr gestiegen.

Mit durchschnittlich 91.000 Euro erhalten Geschäftsführer mit Kapitalbeteiligung am Unternehmen einen deutlich geringeren Bonus als angestellte Geschäftsführer, deren variable Vergütung 120.000 Euro beträgt. „Die häufigste Bemessungsgrundlage für die leistungsorientierte Vergütung ist der Unternehmensgewinn. Der aktuelle wirtschaftliche Aufschwung bewirkt damit auch einen Anstieg der Bonuszahlungen an die Geschäftsführer“, lobt Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum.

Die Zahl der Geschäftsführer mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss nimmt weiter zu: Der Anteil der Akademiker in Führungspositionen stieg in den vergangenen 20 Jahren von 50 % auf etwa 85 %. Die Nachfrage nach Wirtschaftswissenschaftlern bleibt dabei konstant hoch: Mit 45 % stellen sie den höchsten Anteil der Geschäftsführer mit Universitätsabschluss. Ingenieure belegen mit 31 % den zweiten Platz, gefolgt von Juristen mit 10 % und Naturwissenschaftlern mit 8 %.

Immer mehr Geschäftsführer sichern sich für den Fall einer Invalidität ab: Jeder Fünfte hat mittlerweile eine Versicherung, die ihm bei Berufsunfähigkeit mit einer Rentenzahlung von durchschnittlich 2250 Euro monatlich unterstützt. „Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist vor allem für junge Führungskräfte interessant. Trotz geringer Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der betrieblichen Altersversorgung können sie sich so für ihre Zukunft absichern“, rät Christian Näser.

Fast alle deutschen Unternehmen stellen ihren Geschäftsführern einen Dienstwagen zur Verfügung: 94 % der Geschäftsführer nutzen einen Firmenwagen, der durchschnittlich 36 Monate oder 120.000 Kilometer im Einsatz ist. Die beliebteste Marke ist mit 30 % weiterhin Audi, gefolgt von Mercedes mit 29 % und BMW mit 26 %. Das durchschnittliche Anschaffungsbudget beträgt bei Gesellschafter-Geschäftsführern durchschnittlich72.000 Euro, bei angestellten Geschäftsführern ist es mit 63.000 Euro deutlich niedriger.

Die ausführliche Studie kann kostenpflichtig über die Managementberatung Kienbaum hier bezogen werden. (Quelle: Kienbaum/ml)