Vallourec & Mannesmann Tubes
Pilgerwalzwerke schaffen nahtlose Stahlrohre

„Die moderne Industrie erfordert mehr und mehr Leute, deren Arbeit das Denken ist“, sagte der hierzulande nicht so bekannte britische Historiker Cyril Northcote Parkinson einmal. Und gerade beim Thema Rohr sollte man meinen, dass sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht viel geändert hat. Und doch ist dies so, stellt man bei näherer Beschäftigung mit dem Thema (und mit dem eingangs zitierten Herrn Parkinson) fest. Denn die Anforderungen an Rohre sind ständig gewachsen.

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Bei Vallourec und Mannesmann beispielsweise werden aus massiven Stahlrundblöcken seit über hundert Jahren Rohre gefertigt – damals wie heute eine industriewichtige Spitzentechnologie. Vor allem für die Petrochemie werden heutzutage die Hightech-Leitungen gebraucht – hier darf nichts undicht sein, erklärt Dr.-Ing. Markus Ring, Werksleiter Stopfenstraße bei Vallourec & Mannesmann Tubes:

„Der Herstellungsprozess des nahtlosen Rohres ist im Prinzip ähnlich dem von vor 40, 50 oder 100 Jahren. Wenn man aber genauer hinschaut, dann muss man ganz klar erkennen: Es sind eigentlich völlig neue Produkte, die hier hergestellt werden. Wir fertigen in ganz anderen Toleranzen, wir fertigen in ganz anderen Werkstoffgüten, höher, fester, korrosionsbeständiger, wir fertigen für ganz neue Einsatzzwecke. Und insofern ist das Produkt ,Rohr‘ in den jetzigen Anwendungsbereichen etwas ganz anderes als das, was vor einigen Jahrzehnten hergestellt worden ist.“

Insgesamt 3 Mio. t Rohre produzieren Vallourec und Mannesmann an allen Standorten pro Jahr. Jedes Stück Leitung wird mindestens einmal auf über 1000° C erhitzt – klar, dass Energie hier eine gewichtige Rolle spielt. Die Rohrindustrie setzt genau wie andere metallverarbeitende Produktionszweige zunehmend auf Energieeffizienz.

Auch auf Fachmessen ist dies eins der beherrschenden Themen, betont Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf:

„Dass Öfen und Ofentechnik zum Beispiel in der Lage sind, bis zu 30, 40 % an Energiekosten einzusparen und auch den CO₂-Ausstoß wesentlich zu verringern, auch das ist ein großes Thema, besonders für die Europäer, und das im Abgleich aber mit den Asiaten, die ähnliche Produkte irgendwann auch suchen, um bei sich selbst dann auch entsprechende Energieeffizienzen einsetzen zu können.“

In Düsseldorf haben Vallourec und Mannesmann durch eine Millioneninvestition einen Ofen um 30 % effizienter gemacht – Geld, das bereits nach wenigen Jahren wieder eingespart ist. Was so gründerzeitlich aussieht, ist in Wahrheit also hochmodern. Die Rohre werden von hier in die ganze Welt verfrachtet, für den Öl- und Gastransport natürlich, in anderer Form aber z.B. auch für Dachkonstruktionen. (mtx)