Photovoltaik
Neue Software plant komplexe PV-Kraftwerke

Solarpark in Les Mées
Solarpark in Les Mées

Eine neue Software soll die Planung möglichst wirtschaftlicher Photovoltaik­kraftwerke erleichtern. Entwickelt wurde die Lösung von Forschern des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschafts­mathematik ITWM gemeinsam mit Siemens. Was vorher langwierig und zeitaufwändig mit CAD-Programmen entworfen wurde, soll damit nun in kurzer Zeit erledigt sein.

Die Planung komplexer PV-Kraftwerke, die sich über mehrere Quadratkilometer erstrecken, ist kein Kinderspiel. Denn dabei sind zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen. Das Spektrum reicht von Kundenvorgaben über spezielle Vorschriften bis hin zum Klima. Bislang entwerfen Ingenieure entsprechende Anlagendesigns mit CAD-Programmen, wobei jedes Layout und jede Variante einzeln erstellt werden muss.

Mit der neuen Lösung, die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern in Zusammenarbeit mit Siemens Energy Photovoltaics entwickelten, sollen Ingenieure dagegen in einem Durchgang automatisiert mehrere hundert unterschiedliche Anlagendesigns erhalten. „Weniger als eine Minute Rechenzeit fällt hierfür an“, sagt Dr. Ingmar Schüle, Wissenschaftler am ITWM. Der Anwender müsse lediglich Parameter wie die Topographie des Baugeländes und die zu verwendenden Modul- und Wechselrichtertypen eingeben. Zudem könne mit PVplanet (PV Plant Engineering Toolbox) er an einer Vielzahl von Stellschrauben drehen, z.B. bei Ausrichtung, Abstand und Neigungswinkel der Solartische, um so schnell die Auswirkungen auf die Qualität des Planungsergebnisses zu untersuchen.

Um die entworfenen PV-Kraftwerke zu bewerten, führe die Software außerdem eine Ertragsberechnung durch, die die Simulation des Wetters in der jeweiligen Region, den Sonnenverlauf über das Jahr und das physikalische Modulverhalten inklusive Verschattungseffekten umfasst. Zusammen mit einer Abschätzung der Investitions- und Betriebskosten könne das Planungswerkzeug dann sogar die Stromgestehungskosten bestimmen. (Quelle: Fraunhofer/hw)