WSI der Hans-Böckler-Stiftung
Hire and Fire mindert die Produktivität

Schadet die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes der Innovation? © Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI): ALFRED KLEINKNECHT, C. W. M. NAASTEPAD, SERVAAS STORM, ROBERT VERGEER
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Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat untersucht, ob eine Deregulierung des Arbeitsmarktes tatsächlich das Wirtschaftswachstum beschleunigt. Das Ergebnis fällt negativ aus: Ein liberales Modell mit lockerem Kündigungsschutz und niedrigen Sozialleistungen erbringt in etwa die gleiche Wirtschaftsleistung wie eine „koordinierte Marktwirtschaft“, dazu benötige es aber wegen des geringeren Wachstums der Produktivität mehr – und schlechter bezahlte – Arbeitsstunden.

Eine zentrale Rolle spielt für das WSI das Thema Innovation. Eine routinierte, ständige Verbesserung von Produkten und Arbeitsabläufen sei in einem Wirtschaftsmodell mit stabilen Arbeitsbeziehungen nämlich besser zu organisieren als unter einem Hire-and-fire-Regime.

Hohe Motivation, Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber, lange Betriebszugehörigkeiten und wachsende Spezialkenntnisse, Bereitschaft zur Weiterbildung, weniger Aufwand für die Überwachung der Beschäftigten und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter sowie Arbeitnehmer, die auf Missstände aufmerksam machen können, ohne ihren Job zu riskieren – dies seien die Erfolgsfaktoren einer vermeintlich „unflexiblen“ Wirtschaft, deren Beschäftigte mit der Rückendeckung eines wirksamen Kündigungsschutzes und eines ausgebauten Sozialstaats arbeiten.

Die Studie gibt es bei der Hans-Böckler-Stiftung kostenfrei als PDF zum Herunterladen. (Quelle: Hans-Böckler-Stiftung/sp)