Medizintechnik
Weicher Mini­roboter purzelt sich über­all durch

Wissen­schaftler am Max-Planck-In­sti­tut für In­tel­li­gente Sys­te­me haben einen mag­ne­tisch ge­steu­erten Kleinst­roboter ent­wickelt, der ir­gend­wann Me­di­ka­men­te im mensch­lichen Kör­per ge­nau an die rich­ti­ge Stelle bringen könnte.

Seine Beweglichkeit macht diesen weichen Miniroboter einzigartig: Während andere Kleinstroboter auf unwegsamem Terrain rasch an Grenzen stoßen, kann das Stuttgarter Modell leicht seinen Fortbewegungsmodus ändern: Er kann laufen oder rollen, über Hindernisse springen, durch enge Röhren krabbeln und auf oder in einer Flüssigkeit schwimmen – und das alles ohne Beine. Im YouTube-Video kann man diese erstaunlichen Fähigkeiten in Großaufnahme verfolgen. Als Bionikvorbilder nahmen sich die Wissenschaftler nach eigenen Angaben Käferlarven, Raupen und sogar Quallen.

4 mm klein ist der Roboter, flach wie ein rechteckiges Blatt Papier und geformt aus weichem, elastischem Polymer. Gesteuert wird er über ein externes Magnetfeld. In der Polymerschicht wiederum sind magnetische Partikel eingebettet. So können die Forscher die Form von außen verändern und den Roboter bewegen. Der vollständige Forschungsbericht von Dr. Wenqi Hu, Dr. Guo Zhan Lum, Dr. Massimo Mastrangeli und dem Institutsdirektor Prof. Metin Sitti ist in der Februar-Ausgabe 7690 von Nature erschienen (S. 81–85): „Small-scale soft-bodied robot with multimodal locomotion“. Auch hierzu gibt es auf YouTube noch ein eigenes Illustrationsvideo.

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