Industrie 4.0
In Hannover war Plant­Sight mit Händen zu greifen

© hl-studios GmbH

Sind digi­tale Lösungen der In­dustrie 4.0 schon Gegen­stände, die schwer zu fas­sen und meist noch schwe­rer zu er­klä­ren sind, so kommt auf der Han­no­ver Messe erschwerend hin­zu, dass auf­merk­sam­keits­öko­no­misch mit harten Ban­dagen ge­kämpft wird: Es surrt, blinkt, fährt und be­wegt sich an allen Enden. Das genügt aber nicht.

Der Mensch ist zwar ein Augentier, aber er will am liebsten mit Händen anfassen, was er begreifen soll. Genau diese Erkenntnis beherzigen die Erlanger hl-studios mustergültig. Die inhabergeführte Industriekommunikation konnte sich in den vergangenen Jahren ganz nach vorne spielen – nicht zuletzt dank innovativer Technik: Im hauseigenen Hybrid Studio etwa verschmelzen Film und VR in Echtzeit zu neuen Bildwelten.

Am stärksten sind „Die­dinge­so­einfach­wie­möglich­erklärer“ dort, wo sie als Dramaturgen arbeiten, die den Besucher in die Inszenierung einbeziehen. Gregor Bruchmann, Geschäftsleitung und Strategieexperte von hl-studios, erklärt das so:

„Wir kombinieren unsere Themen-, Technik- und Umsetzungskompetenz je nach Zweck, Bedarf und Intention – und schaffen damit individuelle Inszenierungen, die den Besucher ansprechen, mitnehmen und den Produktkern begreifen lassen.“

Eindrucksvolle Präsentationen haben die „Aha­effekt­erzeuger“ von hl-studios zuletzt auf der SPS IPC Drives 2018 und soeben auf der Siemens-Präsenz der Hannover Messe 2019 gezeigt. Dort war am begehbaren Edge-Messemodell und bei der Digital-Twin-Lösung PlantSight von Siemens und Bentley gut zu erleben, wie das funktioniert: Ein klappbarer Bildschirm, der sich zum Bedientisch wandelt oder eine virtuelle Lupe als „Magnifying Puck“ machten neugierig und luden zur Interaktion ein. Und – alte Marketing-Weisheit –: Was Interessenten einmal in der Hand haben, lassen sie nur ungern wieder los. Dann liegt es an der Storyline, wie tief die Besucher in die PlantSight-Welt eintauchen. Die Kombination von realen Elementen und virtueller 3D-Welt sorgt für zusätzlichen Reiz: Per Gesichtserkennung wurde das Spiegelbild des Besuchers live in die Bildwelt des Modells übertragen.