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TWENTY2X tritt die Cebit-Nachfolge an

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Das Aus kam erwartet, aber dann doch plötzlich: Nach über 30 Jahren beschloss die Deutsche Messe AG im Herbst 2018, die einst so große Cebit ein­zustellen. Jetzt ist offen­bar Reue eingekehrt: Für März 2020 ist eine neue Digital­messe angekündigt.

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TWENTY2X soll die neue B2B-Digitalmesse heißen, die künftig das vakant gewordene Zeitfenster im März besetzen soll, das erste Mal vom 17. bis 19. März 2020. Geplant sind Ausstellerstände in den Hallen 7 und 8 sowie parallele Kongressveranstaltungen und Diskussionsforen im Convention Center. Mit ins Boot geholt hat die Deutsche Messe für TWENTY2X den Bundesverband IT-Mittelstand BITMi, den Verband der Internetwirtschaft eco, den Bundesverband der IT-Anwender VOICE sowie den Bundesverband Deutsche Startups. Eine eigene Website ist auch schon aufgesetzt: www.twenty2x.de. Im Fokus stehen „IT-Technologien und deren Einsatzmöglichkeiten in den unterschiedlichen Geschäftsprozessen zur Digitalisierung des Mittelstands“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit anderen Worten: das weite Feld der kleinen und mittleren Unternehmen, für die die Hannover Messe zu groß ist.

Genau dorthin, zur Hannover Messe, waren nämlich zuletzt die typischen Cebit-Themen abgewandert. Nun gilt die Marketing-Weisheit, dass Kunden halten günstiger gewesen wäre als Neukundengewinnung. Was aus dem Cebit-Themennachlass nicht direkt Anschluss an die Industrie gefunden hat, ist mittlerweile von anderen Messen und Veranstaltungen aufgefangen. Dazu gehören auch einige Ausstellungsbereiche der neuen TWENTY2X: Business Management, Security Solutions, New Tech, New Work sowie die „Fokusbranchen“ Public Administration, Future Mobility und Financial Services. Diese Segmente wird sich Hannover zum Teil einzelweise wieder zurückerobern müssen. Die IT-Sicherheit etwa hat – akkurat im März und ebenfalls in Hannover – mit dem Heise-Event secIT ein innerhalb von nur zwei Jahren bereits enorm erfolgreiches neues Format gefunden, auch die it-sa in Nürnberg konnte prompt neue Rekorde vermelden und zählte zuletzt (2018) 14.290 Fachbesucher. Unter dem Radar der „normalen“ Digitalisierung gewinnt in Nürnberg außerdem auf der Kommunale das Schwerpunktthema IT in der öffentlichen Verwaltung an Gewicht. Die kommunalen IT-Profis nach Franken zu ziehen, ist explizites Ziel der Nürnberger Messe.