IT & Karriere
Mädchen können MINT-Berufe

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Als Beilage zu den Heise-Maga­zinen c’t 7/2019, iX 4/2019 und Tech­no­logy Review 4/2019 ist die Aus­gabe 1/2019 von IT & Karriere er­schie­nen. Die zwei großen Schwer­punkte sind „Mäd­chen mit MINT“ und at­trak­ti­ve IT-Ar­beits­be­din­gun­gen ab­seits der Metro­pol­regionen.

Warum trotz Fachkräftemangel und dem dazugehörigen verbandspolitischen Begleitgejammer so wenige junge Frauen in mathematisch-naturwissenschaftliche Berufe gehen, hat Vera Kriebel untersucht: Es gibt, um es kurz zu machen, keinen sachlich guten Grund dafür. Der „Teufelskreis der Gender-Klischees“ ist reine soziale Nötigung. „Im Prinzip würde es schon reichen, wenn man nicht ständig von Männerberuf sprechen würde, sondern einfach mal von Informatik“, meint eine Informationstechnikerin im O-Ton. Auch eine bessere Kindertagesbetreuung wäre nicht verkehrt. Kriebel zeigt Möglichkeiten der Vernetzung auf und listet einige interessante MINT-Initiativen für junge Frauen.

Dirk Bongardt zeigt in seinem Report, dass es interessante IT-Positionen nicht nur in Berlin, München etc., sondern auch in Kleinstädten und auf dem Land gibt. Gerade mit Familie und unter den Aspekt der Work-Life-Balance ist das eine erwägenswerte Alternative, denn die dortigen Arbeitgeber wissen ihre Fachkräfte wohl zu umsorgen:

„Was die Infrastruktur nicht hergibt, gleichen solche Arbeitgeber über andere Faktoren aus – zum Beispiel eben über eine Kinderbetreuung, über flexible Arbeitszeitmodelle und andere Wohlfühlfaktoren.“

Auch aufstiegstechnisch ergeben sich hier oft früher gute Gelegenheiten, auf die man im Personalgedrängel der Großstädte lange warten muss.

Daneben gibt es einige interessante Jobprofile zu entdecken; es sind noch keine Ausbildungsberufe, aber Positionen, auf die man in jüngster Zeit häufiger stößt. Dazu gehört z.B. der Data Steward, der sich um die Datenqualität kümmert – eine Stelle, die das Zeug dazu hat, „eine der wichtigsten Funktionen in Unternehmen“ zu werden, wie David Schahinian meint. Mehmet Toprak hat sich unterdessen das Jobprofil Robotik-Experte vorgenommen, mit Schwerpunkt auf den Karrierechancen in der Industrie. Das kuriose Seitenstück dieser Recherche ist der Roboter-Berater: Der Markt hat sich bereits so stark diversifiziert, dass zwischen Anwenderunternehmen und Anbietern Platz für Consulting geworden ist.

Kaum weniger kurios ist ein Digitalberufsbild, dem Kai Tubessing nachgegangen ist: der Social Nachlassverwalter. Konkret geht es um die digitale Hinterlassenschaft insgesamt, vom Passwort für den Laptop über den Twitter-Account bis zu den Auftragsdatenverarbeitungsverträgen in der Cloud. Die digitale Nachlassregelung ist mittlerweile „ein fester Programmpunkt im Rahmen des Trauergesprächs bei nahezu jedem Bestatter“, sagt BDB-Generalsekretär Stephan Neuser. In der Praxis ist dann aber oft eine ganze Menge Detektivarbeit fällig, denn bislang hat kaum jemand sein digitales Dasein für den Trauerfall vorbereitet.

Friedrich List schließlich ist offline gegangen, um sich unter die Stadtbauern zu mischen und Urban Farming zu betreiben. Und hat gleich wieder online geschaltet. Denn zeitgemäße urbane Agrikultur ist fast ausnahmslos digital gestützt und gesteuert. Den Bericht dazu findet man ab Seite 26. Die ganze Sonderbeilage gibt es als freies PDF im Pressezentrum des MittelstandsWiki.

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