Lebensmittelindustrie
Veggie-Burger treten als Killer-Applikation für Fleisch­alternativen an

© McDonald’s

Das sollte zu denken geben: McDonald’s ist auf den veganen Zug auf­ge­sprungen und bietet seit 29. April den Big Vegan TS an. Wenn sich nicht­tierische Ernährung durch­setzt, werden sich weite Teile der Lebens­mittel­industrie gründlich verändern müssen.

Anzeige

Tatsächlich stehen die Geschäftsmodelle einer Vielzahl von Branchen auf dem Spiel, wenn der Markt für Fleischprodukte in nennenswertem Umfang wegbricht – und dass das demnächst der Fall sein könnte, ist durchaus wahrscheinlich. Andreas Franken hat das eben erst in einer ausführlichen Analyse dargestellt („Das Ende der Fleischindustrie: Die Grüne Revolution“). Auch andere Beobachter vermuten eine „Disruption der Lebensmittelindustrie“. Betroffen wären vom veganen/vegetarischen Wandel ein großer Teil der Landwirtschaft (und seine Lösungsanbieter, inklusive Futtermittel und Tiermedizin), der gesamte Lebensmittelhandel (nicht nur die Metzger), der branchenspezifische Maschinenbau (Deutschland ist weltweit der größte Exporteuer von Fleischverarbeitungsmaschinen), die zugehörige Logistik sowie nicht zu vergessen das komplette Segment Fischfang.

Während Start-ups und Innovatoren auf dem Feld veganer Alternativen geraume Zeit vor allem mit prominenten Investoren und Unterstützern Schlagzeilen machten (von Bill Gates über Leonardo DiCaprio bis zu Beyoncé und Jay-Z), steigt in letzter Zeit vermehrt auch das nüchterne Finanzkapital ein (von Kleiner Perkins Caufield & Byers über Khosla Ventures bis zur Volksrepublik China). Allein Impossible Foods hat bei der jüngsten Finanzierungsrunde Anfang Mai noch einmal 300 Millionen US$ locker gemacht. Und kann einen Deal mit Burger King vermelden: Der Fast-Food-Brater will den Impossible Whopper nach einer erfolgreichen Testphase nun US-weit auf die Karte nehmen.