Circular Economy
Die K 2019 zeigt neue Lösungen zum Kunststoff-Recycling

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Kunststoffe machen Lebens­mittel haltbar und Autos leichter, Kunst­stoffe sind für fast alles zu ge­brauchen. Aber: Kunst­stoff­abfall vermüllt ganze Land­striche und schwimmt in riesigen Teppichen auf den Welt­meeren. Auf der K 2019 in Düssel­dorf ist noch bis 23. Oktober zu sehen, wie Kreis­lauf­wirtschaft mit Plastik machbar wäre.

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© Heise Events

Eins wird dabei deutlich: Nahezu alles hängt am sortenreinen Recycling-Material. Die schlüsselfertige digitalisierte Spritzgussanlage, die Arburg für Uvex eingerichtet hat, schafft alle 45 s eine komplette sportliche Sonnenbrille, in hocheffizienter, ressourcenschonender Fertigung. – Und erreicht die Brille ihr Lebensende, ist sie leicht zu recyceln. Denn sie besteht aus nur einer Sorte Kunststoff. Das gilt auch für die Sneaker, die von der Sohle bis zur Zunge aus thermoplastischem Polyurethan besteht. Auch dieser Schuh ist Technologieträger: Zusammen mit der RWTH Aachen hat Covestro CO₂ aus der Luft und Biomasse genutzt, um den Rohstoff zu gewinnen – auch Fußböden können damit hergestellt werden. Die Wiederverwertung fällt leicht, weil kein Mischmaterial erst aufwendig getrennt werden muss.

Doch selbst für ungetrennten Kunststoffabfall gäbe es Lösungen. „Regranulat“ heißen recycelte Kunststoffkügelchen aus unterschiedlichen Müllsorten, die wieder in die Produktion eingehen können. Auf der K 2019 ist u.a. beim Recycling-Spezialisten Erema eine Engel-Spritzgießmaschine in Aktion zu sehen, die Boxen fertigt – das Material stammt von alten Fischernetzen, die in Chile gesammelt und recycelt werden.

Die Kunststoffmesse macht deutlich: Circular Economy (so das K-Stichwort für Kreislaufwirtschaft) ist gewollt und möglich – und dringend nötig. 1950 wurden gerade einmal 2 Millionen t Kunststoff produziert, 2017 waren es aber schon 348 Millionen t. Entsprechend steigt auch die Menge des Kunststoffabfalls. Noch ist der Kreislauf nirgends in großem Stil im Gang. Damit er funktioniert, braucht es zuerst konsolidierte Sammelsysteme und einen neuen Zugang zum Produktdesign. Bislang wird dabei vor allem auf Funktionalität und, bei Konsumgütern, auf das Aussehen geachtet. Künftig sollte die Recycling-Fähigkeit schon bei der Produktentwicklung berücksichtigt werden.