Big Data, Teil 3

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Apache Hadoop ist einen Schritt voraus

Von Heiderose Witte

Und natürlich profitieren die Controller von Big-Data-Analysen: Nach IBM-Erkenntnissen wachsen die Finanzdaten in den Unternehmen jährlich um 70 %. Denn zu den Datensätzen aus den Unternehmen selbst kommen noch Analystenreports, Zahlen zur Markt- und Wirtschaftsentwicklung, Bilanzen und viele weitere Informationen. Hier spielen auch Prognosen eine wichtige Rolle: Sie werden aus Daten über die bisherige Performance sowie externen Marktdaten erstellt und liefern Finanzvorständen wichtige Indikatoren für die zukünftige Entwicklung ihres Unternehmens und ihres Wettbewerbsumfelds.

Etabliert hat sich für die Big-Data-Analyse die Technologie Apache Hadoop. Dabei handelt es sich um ein Java-programmiertes Software-Framework, mit dem sich rechenintensive Prozesse mit großen Datenmengen auf Server-Clustern abarbeiten können. Das Open-Source-Framework kommt z.B. bei Facebook, Google und eBay zum Einsatz.

Ertragsprognose für Windkraftanlagen

Auch die Big-Data-Plattform von IBM baut darauf auf. Als Kunden nennt IBM das dänische Unternehmen Vestas Wind Systems, Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen. Vestas berechnet mit der IBM-Lösung in wenigen Stunden für einen bestimmten Standort, wie viel Energie in den nächsten Jahrzehnten dort erzeugt werden wird, wie hoch der Ertrag ist und wie schnell die Anlage sich rechnet. Dafür werden die Daten der infrage kommenden Standorte mit weiteren Faktoren wie Geländehöhe, Bodenbeschaffenheit und Satellitenbildern verknüpft. Insgesamt gehen 160 Faktoren, die die Leistung und Lebensdauer der Anlagen beeinflussen, in die Analyse ein.

Krankenstandsanalyse auf Rezept

Die AOK mit ihren 24 Mio. Versicherten sammelt und analysiert im eigenen wissenschaftlichen Institut, dem WIdO, Zahlen u.a. zu jährlich 6 Mio. Behandlungsfällen in 2000 Krankenhäusern sowie die dazugehörigen 55 Mio. Diagnosen.

Bei der Abfrage von über 24 Mio. anonymisierten AOK-Versichertenkonten bleiben laut IBM die Antwortzeiten unter 1 Min. Das ermögliche es dem WIdO auch, Fragen zu Trends wie der Zunahme psychischer Erkrankungen als Ursache für Krankheitsfehltage oder sinnvolle Arzneimittelverschreibungen zu beantworten.

Serie: Big Data
Teil 1 beginnt mit den sprunghaft ansteigenden Datenströmen – dem Rohstoff der Informationswirtschaft von morgen. Teil 2 schildert Szenarien, in denen Big-Data-Analyse bereits handfeste Ergebnisse in Echtzeit bringt. Teil 3 geht noch einen Schritt weiter und folgt dem Apache-Hadoop-Framework ein Stück in die Zukunft. Ein Extrabeitrag warnt vor Abwarten im Angesicht der Datenlawine. Gerade der Mittelstand könnte Flexibilität als Trumpf ausspielen.

Fazit: Big Data Intelligence steht in den Startlöchern

Am Ende erörterte die Münchener Expertenrunde, in welcher Weise Big Data künftig die Unternehmensführung beeinflussen wird. Noch fehlt auf den Entscheidungsebenen offenbar das Grundverständnis für das enorme Potenzial von Geschäftsdatenanalysen. Doch die Teilnehmer waren sich einig, dass strategisches Management zukünftig nicht mehr darauf verzichten kann und Entscheidungen zunehmend auf der Basis von Erkenntnissen aus Datenanalysen fällen wird – mit Unterstützung eines „Chief Analytics Officers“.

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