Cloud Computing für die Logistik

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Über Lieferketten-Clouds entscheidet die Leistung

Von Klaus Wenger, Head of Central & Eastern Europe, JDA Software Group, und Joseph King, Senior Vice President, JDA Cloud Services

In der Welt der Informationstechnologie gibt es nach wie vor kein Thema, das für mehr Aufmerksamkeit sorgt als Cloud Computing. Während es in der Vergangenheit zumeist als kostengünstige und flexible Möglichkeit für kleine und mittlere Unternehmen angesehen wurde, gewinnt die Cloud nun auch für größere Unternehmen an Bedeutung: Immer mehr CEOs entdecken das Modell der Cloud-Services für ihr Unternehmen. Nicht zuletzt für Logistiker ist die Technologie in jüngster Zeit fast unverzichtbar.

Das Konzept von Cloud Computing beruht auf mehreren Säulen: auf leistungsstarken IT-Ressourcen, auf belastbaren IT-Protokollen und auf neuesten technologischen Entwicklungen. Schon allein diese Aspekte sprechen für das Cloud-Modell. Doch der eigentliche Mehrwert, den die Cloud für Projekte, für die gesamte Nutzungsdauer einer Lösung und vor allem für Logistikdienstleister und für Unternehmen mit Logistikprozessen bietet, ist ihr Leistungsvermögen. Es gibt tatsächlich nur wenige Unternehmen, die von einer Cloud-Lösung nicht gleich mehrfach profitieren: hinsichtlich Zeit, Kosten und Effizienz. Doch der eigentliche Schlüssel, mit dem sich Unternehmen die Vorteile der Cloud erschließen können, liegt in der Beantwortung der Frage, wie man an die notwendigen Informationen gelangt, um die optimale unternehmerische Entscheidung zu treffen.

Mehr Umsatz und Gewinn

Derzeit ist Bewegung im Cloud-Markt. Das Cloud-Servicemodell verschiebt sich von der reinen Kapazitätsbereitstellung hin zu einem strategischen Mittel, mit dem Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse verbessern können. Diese Verschiebung basiert auf dem Anspruch, den Kunden an die Cloud stellen: Auch Logistikdienstleister und Verlader aus Industrie und Handel geben sich nicht mehr nur damit zufrieden, dass sie den Herausforderungen ihres Business besser begegnen können, sondern sie möchten Umsatz und Gewinn steigern – und zwar durch die Cloud.

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Klaus Wenger ist Head of Central & Eastern Europe der JDA Software in München. JDA Software ist ein führender Lieferant innovativer Softwarelösungen für Supply Chain Management, Merchandising und Preisgestaltung.


JDA Technologies GmbH, Erika-Mann-Str. 7, 80636 München, 089-462377-0, Fax: 089-462377-770, info.europe@jda.com, www.jda.com

Vor diesem Hintergrund gelten die Kapazitätsfaktoren „Ping, Power und Pipe“ häufig als Kennziffern, mit deren Hilfe man den Erfolg in der Cloud misst. Damit ist die Fähigkeit gemeint, online verfügbare Systeme bereitzustellen, um die Kapazität zu steigern. Tatsächlich sind es aber die Business-Lösungen, die diese Kapazität nutzen, was sich wiederum auf das Geschäftsergebnis auswirkt. Aber: Mehr Kapazität ist wichtig, reicht aber für nachweisbare Ergebnisse allein nicht aus.

Vier Erfolgsfaktoren im Cloud Computing

Um sicherzustellen, dass technologische Lösungen auf Basis von Cloud-Services zu strategischen Hilfsmitteln für die Umsatz- und Gewinnsteigerung werden, empfiehlt JDA den CEOs von Logistikdienstleistern auf die folgenden vier Erfolgsfaktoren im Cloud-Computing zu achten.

Qualifizierte Offsite-Umgebung

Eine stabile und sichere Offsite-Umgebung ist heutzutage unverzichtbar. In der Umgebung müssen Authentifizierung, Autorisierung und Zurechenbarkeit sichergestellt sein: Die Mitarbeiter des Cloud-Partners sollten sich über eine Transponderkarte beim Betreten des Standorts ausweisen müssen (Authentifizierung). Benutzer sollten sich auf Netzwerk- und auf Systemebene anmelden müssen (Autorisierung). Und die Zurechenbarkeit muss über die Ereignisprotokolle des Betriebssystems nachvollziehbar sein, die wiederum sorgfältig zu warten und zu überwachen sind.

Diese Richtlinien sollten auf jene Lösungen abzielen, die Leistungsverbesserungen möglich machen – und zwar durch Standardisierung, Wiederholung, Spezialisierung und Automatisierung. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sollte der Cloud-Anbieter ein hohes Maß an Sicherheit, Verfügbarkeit, Leistung sowie Kompetenz im Problem- und Change Management nachweisen können.

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Es ist wichtig, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich Cloud-Services kontinuierlich weiterentwickeln können. Auch sollte der Cloud-Anbieter Upgrades für Zugangspunkte schnell und einfach bereitstellen, um fortlaufende Leistungssteigerungen zu gewährleisten.

Daneben ist wichtig, dass der Cloud-Partner über eine Change-Management-Planung verfügt, die Veränderungen innerhalb des Unternehmens ebenso berücksichtigt wie funktionale Verbesserungen der Lösungen. Nur so können Änderungen zur Weiterentwicklung der Lösung beitragen – damit sie dem Anwender gerecht wird und nicht dem Anbieter.

Eigene Anforderungen

Für eine optimale Cloud-Lösung ist eine enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Unternehmensbereichen unverzichtbar: Das strategische Consulting, der Support und die Produktentwicklung sollten dieselbe Sprache sprechen. Nur so können Logistikunternehmen sicherstellen, dass ihre Cloud-Lösungen dem vorgesehenen Leistungs- und Funktionsumfang gerecht werden, sich bedarfsgerecht anpassen und jederzeit aktualisieren lassen. Ohne diese Voraussetzungen wird es kaum möglich sein, die angestrebten Ziele zu erreichen.

Ein professioneller Cloud-Anbieter zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass er das Know-how und die Ressourcen seines Kunden derart einsetzt, dass die erwarteten Vorteile einer Softwarelösung über die gesamte Nutzungsdauer hinweg erhalten bleiben.

Intelligent vernetzte Logistik

Der wichtigste Nutzen einer Cloud-Lösung besteht darin, dass sie Unternehmen dazu verhilft, ihre Effizienz zu steigern. Mithilfe einer professionellen Cloud-Lösung ist es möglich, das Zusammenspiel von Mitarbeitern, Know-how, Prozessen und Technologien so zu optimieren, dass Logistikdienstleister und Verlader aus Industrie und Handel die geschäftlichen Herausforderungen besser meistern und so tatsächlich die gewünschten Resultate erzielen.

Fazit: Von der Leistungssteigerung profitieren

Erfüllt eine Cloud-Lösung diese vier Erfolgsfaktoren, haben Unternehmen den ersten Schritt getan, um von dem Mehrwert zu profitieren, der aus optimierten Lösungsprojekten und der verbesserten Nutzungsdauer einer Lösung resultiert. Aber: In einem zweiten Schritt ist es unerlässlich, dass der Cloud-Anbieter die bereitgestellten Kapazitäten in mehr Leistung verwandelt. Nur so wird es gelingen, die geschäftlichen Vorteile eines Cloud-Services langfristig zu nutzen.

Damit unliebsame Überraschungen ausbleiben, empfiehlt JDA seinen Kunden aus der Logistik, sich selbst und ihren Cloud-Anbietern bei der Bewertung zukünftiger Supply-Chain-Projekte folgende Schlüsselfragen zu stellen:

  • Verfüge ich über die benötigten Mitarbeiter und über das fachliche Know-how, um die Vorteile einer Cloud-Lösung in der Supply Chain umzusetzen?
  • Ist der Cloud-Anbieter in der Lage, ein Unternehmen personell und fachlich derart zu unterstützen, dass die Supply Chain davon profitiert?

Wichtig ist es, bei der Beantwortung nicht die Cloud-Lösung an sich in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen, sondern die Services, die der Cloud-Lösung einen tatsächlichen Mehrwert bringen. Zudem sollte ein Cloud-Projekt von einem Mitarbeiter betreut werden, der über nachweisliche Erfahrung im Management von Supply Chains verfügt und in der Lage ist, technologische Lösungen in eine wertbasierte Komponente zu überführen.

Auch im Cloud Computing gilt die altbekannte Regel: Die Software schafft zwar die technischen Voraussetzungen – die erfolgreiche Umsetzung aber hängt von Menschen, Know-how und Erfahrung ab.

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