Mobile Business Intelligence

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Mit Echtzeitdaten die Weichen stellen

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Von Oliver Schonschek

Wer auf Mobile Business Intelligence verzichtet, könnte im Vergleich zu Mobile-BI-Nutzern bis zu dreimal länger für eine geschäftliche Entscheidung brauchen. Dieses Ergebnis der Aberdeen-Group-Studie „Mobile BI: Actionable Intelligence for the Agile Enterprise“ liefert eigentlich genug Gründe für den umgehenden Einstieg in die mobile Geschäftsanalytik. Schließlich hat keiner Zeit zu verlieren.

Die Möglichkeit eines mobilen Zugriffs auf aktuelle Geschäftsdaten hat laut der Studie den nützlichen Nebeneffekt, dass sich Entscheider häufiger informieren. Dies spüren wohl auch die Kunden, denn selbst die Kundenzufriedenheit steigt, sobald das Unternehmen auf Mobile BI setzt. Trotzdem sollten Sie jetzt nicht Hals über Kopf ein Mobile-BI-Projekt starten.

Wer braucht was wo und wann?

Ob sich eine Mobilvariante von Business Intelligence für Ihr Unternehmen lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Zuerst einmal sollten Sie überlegen, wer denn unterwegs aktuelle Unternehmensdaten benötigt. Braucht z.B. Ihr Außendienst jederzeit einen Überblick über die Preise der Wettbewerber? Das wäre sicherlich nicht schlecht. Nur: Sind diese Daten denn in Ihren Datenbanken im Unternehmen überhaupt vollständig und aktuell vorhanden? Wenn nicht, kann auch eine Mobile-BI-Lösung nichts Relevantes dazu aussagen.
  • Wie sieht es mit Ihnen selbst aus? Welche Daten würden Sie gerne zur Verfügung haben, wenn Sie auf Geschäftsreise sind, z.B. Lieferantenanalysen, Kundenanalysen oder Umsatz- und Vertriebsanalysen? Haben Sie schon einmal einen Anruf mit der Bitte um sofortige Entscheidung bekommen und Sie hätten gerne noch einmal in die aktuellen Zahlen geschaut? Dann könnte Mobile BI unter Umständen helfen.
  • Mehr noch: Jeder in Ihrem Unternehmen, der schnell fundiert entscheiden oder Auskunft geben können muss, würde sicherlich von Mobile Business Intelligence profitieren, vorausgesetzt, ein leistungsstarkes Smartphone oder ein passendes Tablet stehen zur Verfügung – und die erforderlichen Daten für die mobilen Analysen ebenfalls.

Nichts für Stubenhocker

Wenn Sie dagegen gar keinen Außenvertrieb haben, sondern z.B. einen Online-Shop betreiben und die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kaum jemals einen Kundentermin wahrnehmen, dann wäre eine Mobile-BI-Lösung sicherlich übertrieben. Selbst wenn Ihr Controller häufiger im Home Office arbeitet, kann sie oder er dort ohne weiteres über einen stationären Computer arbeiten. Es ist zweifellos reizvoll, überall an die aktuellen Auswertungen zu kommen, doch entscheidend sollte der tatsächliche Bedarf sein.

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Schwarz auf Weiß
Was Apps fürs Business leisten können, erklärt Oliver Schonschek kompakt und genau im E-Book „Geschäfte mit mobilen Apps“, das es als freies PDF im Pressezentrum des Mittel­standsWiki gibt.

Berichte oder aktive Analysen?

Es ist auch ein Unterschied, ob Sie nur laufend informiert werden wollen – über aktuelle Umsatzzahlen, die Preise der Wettbewerber und den Verkaufserfolg Ihres Vertriebs – oder ob Sie tatsächlich selbst unterwegs Abfragen und Analysen starten wollen.

Für die regelmäßigen Reportings brauchen Sie keine spezielle Mobile-BI-Lösung. Dafür reichen zuverlässige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Ihnen die Berichte verschlüsselt per E-Mail aufs Smartphone senden, oder aber eine stationäre BI-Lösung, die automatisch die aktuellen Analysen oder vordefinierte Warnungen zur Geschäftsentwicklung an Sie verschickt.

Überlegen Sie also, ob Sie oder andere mobile Mitarbeiter wirklich aktiv analysieren wollen oder müssen. Nur dann brauchen Sie eine Mobile-BI-Lösung. Andernfalls reichen Berichte im PDF-Format, die man per Smartphone abholen kann.

Strategie und Schnittstellen

Wenn Sie Bedarf an mobilen, individuellen Abfragen zur Geschäftsentwicklung haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Zum einen können Sie webbasiert auf Ihre stationäre BI-Lösung zugreifen, sofern diese über Ihr Extranet erreichbar ist. Oder aber Sie nutzen Business Intelligence aus der Cloud, so dass ein mobiler Browser für die Abfragen und Analysen ausreicht.
  • Alternativ gibt es auch spezielle, mobile Apps für Business Intelligence. Diese arbeiten wie eine mobile Client-Lösung und rufen die erforderlichen Daten und Analysen von Ihrem Server ab, auf dem die BI-Lösung läuft.

Beide Lösungswege können Ihnen in nahezu Echtzeit Geschäftsdaten und deren Auswertung liefern. Ob dies technisch für Ihr Unternehmen möglich ist, hängt von Ihrer bestehenden BI-Lösung oder von den Datenbanken ab, auf die die mobile BI-Lösung zugreifen soll. Hier sollten Sie also auf die Schnittstellen der Mobile-BI-Lösung achten.

Außerdem sollten Sie die Eignung Ihrer mobilen Endgeräte prüfen: Nicht jedes Smartphone hat ein ausreichend gutes und großes Display für grafische Analysen. Mit einem Tablet sind Sie in der Regel besser beraten. Zudem gibt es die mobilen BI-Apps auch nicht für jedes Betriebssystem.

Mobilvarianten auf dem Markt

Sie sollten sich die auf dem Markt verfügbare BI-Software also genau ansehen, ob diese wirklich zu Ihren technischen Voraussetzungen und Ihrem individuellen BI-Bedarf passen. Angeboten werden z.B. Lösungen wie BIRT Mobile, Roambi, MicroStrategy Mobile, QlikView on Mobile, Cognos 8 Go! Mobile und Jaspersoft Mobile BI. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich Demoversionen anzusehen, und achten Sie genau auf die Systemvoraussetzungen!

Fazit: Für Sofortentscheider mit Lesebrille

Mobile Business Intelligence kann sich bezahlt machen, wenn Ihr Geschäftsmodell von Ihnen bzw. Ihren Mitarbeitern eine hohe Mobilität verlangt und Sie zeitnah auf fundierter Basis entscheiden müssen oder wollen. Voraussetzung sind jedoch gepflegte, aktuelle Datenbestände, auf die zugegriffen werden kann, leistungsstarke mobile Endgeräte, die die grafischen Auswertungen und die Abfragemasken vernünftig anzeigen.

Grundvoraussetzung ist eine entsprechend hohe Datensicherheit für die Tablets oder Smartphones. Schließlich soll es Ihnen überall möglich sein, Ihre geschäftlichen Daten auszuwerten – und zwar nur Ihnen. Und nicht einem Unbefugten, der über das gestohlene oder verlorene mobile Endgerät Ihre Umsatzzahlen und Kundenlisten abgreift.

News Analyst Oliver Schonschek.JPG

Oliver Schonschek bewertet als News Analyst auf MittelstandsWiki.de aktuelle Vorfälle und Entwicklungen. Der Fokus liegt auf den wirtschaftlichen Aspekten von Datenschutz und IT-Sicherheit aus dem Blickwinkel des Mittelstands. Er ist Herausgeber und Fachautor zahlreicher Fachpublikationen, insbesondere in seinem Spezialgebiet Datenschutz und Datensicherheit.


Oliver Schonschek, Tel.: 02603-936116, www.schonschek.de

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