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Entsprechend § 240 (4) dHGB bzw § 209 (2) öHGB hat die Bewertung des Warenlagers zum Jahresabschluss nach dem gewogenen Durchschnittswert zu erfolgen. Dabei können gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annähernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst werden.
 
Entsprechend § 240 (4) dHGB bzw § 209 (2) öHGB hat die Bewertung des Warenlagers zum Jahresabschluss nach dem gewogenen Durchschnittswert zu erfolgen. Dabei können gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annähernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst werden.
Für einen Computerfachhändler bedeutet dies, dass alle memorysticks einer Marke mit identischer Speicherkapazität und identischen Qualitätsmerkmalen zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Aus den gesamten Einkäufen, berichtigt um die Warenverkäufe, des abgelaufenen Wirtschaftsjahres wird für den mengenmäßig erfassten Endbestand ein Durchschnittswert ermittelt.
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Für einen Computerfachhändler bedeutet dies, dass alle Memorysticks einer Marke mit identischer Speicherkapazität und identischen Qualitätsmerkmalen zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Aus den gesamten Einkäufen des abgelaufenen Wirtschaftsjahres, berichtigt um die Warenverkäufe, wird für den mengenmäßig erfassten Endbestand ein Durchschnittswert ermittelt.
  
 
== Festwertverfahren ==
 
== Festwertverfahren ==
  
Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe können, wenn sie regelmäßig ersetzt werden und ihr Gesamtwert für das Unternehmen von nachrangiger Bedeutung ist, mit einer gleich bleibenden Menge und einem gleich bleibenden Wert angesetzt werden, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt. Jedoch ist in der Regel in Deutschland alle 3 Jahre, in Österreich alle 5 Jahre eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen. Beispiele sind Besteck und Teller im Restaurant, Bettwäsche im Hotel, Vasen die der Zurschaustellung von Blumen in der Blumenhandlung dienen, nicht aber Vasen in der Blumenhandlung, die dem Verkauf dienen.  
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Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe können, wenn sie regelmäßig ersetzt werden und ihr Gesamtwert für das Unternehmen von nachrangiger Bedeutung ist, mit einer gleich bleibenden Menge und einem gleich bleibenden Wert angesetzt werden, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt. Jedoch ist in der Regel in Deutschland alle 3 Jahre, in Österreich alle 5 Jahre eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen. Beispiele sind Besteck und Teller im Restaurant, Bettwäsche im Hotel, Vasen, die der Zurschaustellung von Blumen in der Blumenhandlung dienen, nicht aber Vasen in der Blumenhandlung, die dem Verkauf dienen.  
  
  
 
== Bewertungsvereinfachung ==
 
== Bewertungsvereinfachung ==
  
Eine Bewertungsvereinfachung ist gemäß § 256 dHGB bzw § 209 (2) öHGB zulässig, soweit diese den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Es kann für den Wertansatz gleichartiger Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens unterstellt werden, dass die zuerst (FIFO – [[First-In First-Out]]) oder dass die zuletzt (LIFO – [[Last-In First-Out]]) angeschafften oder hergestellten Vermögensgegenstände zuerst oder in einer sonstigen bestimmten Folge verbraucht oder veräußert worden sind.
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Eine Bewertungsvereinfachung ist gemäß § 256 dHGB bzw § 209 (2) öHGB zulässig, soweit diese den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Es kann für den Wertansatz gleichartiger Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens unterstellt werden, dass die zuerst (FIFO – [[First-In First-Out]]) oder dass die zuletzt (LIFO – [[Last-In First-Out]]) angeschafften oder hergestellten Vermögensgegenstände zuerst oder in einer sonstigen bestimmten Folge verbraucht oder veräußert worden sind.
  
 
== Identitätspreisverfahren ==
 
== Identitätspreisverfahren ==
  
Eine Bewertung nach der [[Last-In First-Out]]-Methode entspricht nach dem Erkenntnis des BFH vom 20.06.2000 Az.: VIII R 32/98 nicht den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und ist deshalb auch steuerrechtlich ausgeschlossen, wenn Vorräte mit - absolut betrachtet - hohen Erwerbsaufwendungen in Frage stehen, die Anschaffungskosten ohne weiteres identifiziert und den einzelnen Vermögensgegenständen angesichts deren individueller Merkmale ohne Schwierigkeiten zugeordnet werden können (Az.: VIII R 32/98 erging hinsichtlich zum Verkauf bestimmter PKW, welche ja aufgrund von Motornummern etc eindeutig identifizier bar sind).
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Eine Bewertung nach der [[Last-In First-Out]]-Methode entspricht nach dem Erkenntnis des BFH vom 20.06.2000 Az.: VIII R 32/98 nicht den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und ist deshalb auch steuerrechtlich ausgeschlossen, wenn Vorräte mit - absolut betrachtet - hohen Erwerbsaufwendungen in Frage stehen, die Anschaffungskosten ohne weiteres identifiziert und den einzelnen Vermögensgegenständen angesichts deren individueller Merkmale ohne Schwierigkeiten zugeordnet werden können. (Az.: VIII R 32/98 erging hinsichtlich des Verkaufs bestimmter Pkw, welche ja aufgrund von Motornummern etc. eindeutig identifizierbar sind.)
  
== IAS / IFRS ==
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== IAS/IFRS ==
  
Entsprechend IFRS (IAS 2) sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten, die nicht einer Einzelbewertung unterliegen, nach dem [[First-In First-Out]]Verfahren (FIFO) oder nach der Durchschnittsmethode zu ermitteln.
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Entsprechend IFRS (IAS 2) sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten, die nicht einer Einzelbewertung unterliegen, nach dem [[First-In First-Out]]-Verfahren (FIFO) oder nach der Durchschnittsmethode zu ermitteln.
  
 
== Wertansatz in der Preiskalkulation ==
 
== Wertansatz in der Preiskalkulation ==
  
Zweck der Preiskalkulation ist es, den Werteinsatz der zum Verkauf bestimmten Waren und Leistungen zu ermitteln. Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist dafür sorge zu tragen, dass der Fortbestand des Unternehmens gesichert ist. Laufende Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite bedingen daher, dass in der Preiskalkulation für den einzelnen Rohstoff nicht die historischen Anschaffungswerte, sondern die Wiederbeschaffungswerte bzw die Ersatzbeschaffungswerte angesetzt werden.  
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Zweck der Preiskalkulation ist es, den Werteinsatz der zum Verkauf bestimmten Waren und Leistungen zu ermitteln. Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist dafür Sorge zu tragen, dass der Fortbestand des Unternehmens gesichert ist. Laufende Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite bedingen daher, dass in der Preiskalkulation für den einzelnen Rohstoff nicht die historischen Anschaffungswerte, sondern die Wiederbeschaffungswerte bzw. die Ersatzbeschaffungswerte angesetzt werden.  
Der Tischler wird daher zur Kalkulation des Preises eines Bilderrahmens nicht den historischen Anschaffungswert der Holzleisten ansetzen, sondern jenen Preis, den er heute für diese Holzleiste entrichten muss. Um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, sollte der Tischler für die Holzleisten sogar jenen Wert ansetzten, den er bei Lieferung zu entrichten haben wird, wenn er im Zuge der nächsten Bestellung diese Holzleisten nachbestellen wird. Im Amerikanischen wird dieser Wert auch als NIFO Next-In First-Out bezeichnet.
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Der Tischler wird daher zur Kalkulation des Preises eines Bilderrahmens nicht den historischen Anschaffungswert der Holzleisten ansetzen, sondern jenen Preis, den er heute für diese Holzleiste entrichten müsste. Um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, sollte der Tischler für die Holzleisten sogar jenen Wert ansetzen, den er bei Lieferung zu entrichten haben wird, wenn er im Zuge der nächsten Bestellung diese Holzleisten nachbestellen wird. Im Amerikanischen wird dieser Wert auch als NIFO (Next-In First-Out) bezeichnet.

Version vom 28. September 2006, 12:02 Uhr

von Barbara Schweighofer

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Gewogener Durchschnitt

Entsprechend § 240 (4) dHGB bzw § 209 (2) öHGB hat die Bewertung des Warenlagers zum Jahresabschluss nach dem gewogenen Durchschnittswert zu erfolgen. Dabei können gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annähernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Für einen Computerfachhändler bedeutet dies, dass alle Memorysticks einer Marke mit identischer Speicherkapazität und identischen Qualitätsmerkmalen zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Aus den gesamten Einkäufen des abgelaufenen Wirtschaftsjahres, berichtigt um die Warenverkäufe, wird für den mengenmäßig erfassten Endbestand ein Durchschnittswert ermittelt.

Festwertverfahren

Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe können, wenn sie regelmäßig ersetzt werden und ihr Gesamtwert für das Unternehmen von nachrangiger Bedeutung ist, mit einer gleich bleibenden Menge und einem gleich bleibenden Wert angesetzt werden, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt. Jedoch ist in der Regel in Deutschland alle 3 Jahre, in Österreich alle 5 Jahre eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen. Beispiele sind Besteck und Teller im Restaurant, Bettwäsche im Hotel, Vasen, die der Zurschaustellung von Blumen in der Blumenhandlung dienen, nicht aber Vasen in der Blumenhandlung, die dem Verkauf dienen.


Bewertungsvereinfachung

Eine Bewertungsvereinfachung ist gemäß § 256 dHGB bzw § 209 (2) öHGB zulässig, soweit diese den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht. Es kann für den Wertansatz gleichartiger Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens unterstellt werden, dass die zuerst (FIFO – First-In First-Out) oder dass die zuletzt (LIFO – Last-In First-Out) angeschafften oder hergestellten Vermögensgegenstände zuerst oder in einer sonstigen bestimmten Folge verbraucht oder veräußert worden sind.

Identitätspreisverfahren

Eine Bewertung nach der Last-In First-Out-Methode entspricht nach dem Erkenntnis des BFH vom 20.06.2000 Az.: VIII R 32/98 nicht den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und ist deshalb auch steuerrechtlich ausgeschlossen, wenn Vorräte mit - absolut betrachtet - hohen Erwerbsaufwendungen in Frage stehen, die Anschaffungskosten ohne weiteres identifiziert und den einzelnen Vermögensgegenständen angesichts deren individueller Merkmale ohne Schwierigkeiten zugeordnet werden können. (Az.: VIII R 32/98 erging hinsichtlich des Verkaufs bestimmter Pkw, welche ja aufgrund von Motornummern etc. eindeutig identifizierbar sind.)

IAS/IFRS

Entsprechend IFRS (IAS 2) sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten, die nicht einer Einzelbewertung unterliegen, nach dem First-In First-Out-Verfahren (FIFO) oder nach der Durchschnittsmethode zu ermitteln.

Wertansatz in der Preiskalkulation

Zweck der Preiskalkulation ist es, den Werteinsatz der zum Verkauf bestimmten Waren und Leistungen zu ermitteln. Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist dafür Sorge zu tragen, dass der Fortbestand des Unternehmens gesichert ist. Laufende Preissteigerungen auf der Beschaffungsseite bedingen daher, dass in der Preiskalkulation für den einzelnen Rohstoff nicht die historischen Anschaffungswerte, sondern die Wiederbeschaffungswerte bzw. die Ersatzbeschaffungswerte angesetzt werden. Der Tischler wird daher zur Kalkulation des Preises eines Bilderrahmens nicht den historischen Anschaffungswert der Holzleisten ansetzen, sondern jenen Preis, den er heute für diese Holzleiste entrichten müsste. Um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, sollte der Tischler für die Holzleisten sogar jenen Wert ansetzen, den er bei Lieferung zu entrichten haben wird, wenn er im Zuge der nächsten Bestellung diese Holzleisten nachbestellen wird. Im Amerikanischen wird dieser Wert auch als NIFO (Next-In First-Out) bezeichnet.