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Von [[Sabine Philipp]]
 
Von [[Sabine Philipp]]
  
Feuer im Betrieb ist stets eine Katastrophe. Und wenn sich der Qualm verzogen hat, wird daraus oft noch ein heißer Fall für die Versicherung. Die nämlich zahlt nur, wenn alle Brandschutzvorschriften sorgfältig beachtet wurden.
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Feuer im Betrieb ist stets eine Katastrophe. Wenn sich der Qualm verzogen hat, wird daraus oft noch ein heißer Fall für die Versicherung. Die nämlich zahlt nur, wenn alle Brandschutzvorschriften sorgfältig beachtet wurden. Besonders ist darauf zu achten, dass es genügend Feuerlöscher und Fluchtwege gibt. Dabei gelten für Lackierbetriebe natürlich andere Regeln als in einem Maklerbüro. Speziell für Wohnimmobilien ist außerdem ein besonders [[Brandschutzmanagement]] vorgeschrieben.
  
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Dem Staat liegt ganz besonders der Schutz der Angestellten am Herzen. Ab einem Mitarbeiter nimmt er es mit dem Brandschutz besonders genau – auch dann, wenn es sich bei den Angestellten nur um eine Aushilfe handelt, die einmal pro Woche kommt (die Putzfrau ausgenommen). Wer ein Gewerbe betreibt, muss sich außerdem an die Vorgaben der jeweiligen Gewerbeordnung halten. Auch als Einzelkämpfer.
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Als Grundprinzip gilt: Wer mindestens einen Mitarbeiter beschäftigt, muss eine ganze Reihe von Brandschutzvorschriften einhalten. Zu achten ist besonders darauf, dass es genügend Feuerlöscher und Fluchtwege gibt. Dabei gelten für Lackierbetriebe natürlich andere Regeln als in einem Maklerbüro.  Speziell für Wohnimmobilien ist außerdem ein besonders [[Brandschutzmanagement]] vorgeschrieben.
 
  
Der Gesetzgeber will mit seinen umfangreichen Regelwerken in erster Linie Ihre Angestellten schützen. Wenn Sie also ein Einzelkämpfer sind, ist die Brandvorbeugung allein Ihre Sache. Falls Sie aber mindestens eine Person beschäftigen, müssen Sie sich an die Vorgaben halten – auch wenn es sich bei den Angestellten nur um eine Aushilfe handelt, die einmal pro Woche kommt (die Putzfrau ausgenommen).
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'''Die wichtigsten Vorschriften zum Brandschutz'''<br>Der Brandschutz ist durch eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen geregelt:  
! style="color:white; background:#C00000;" align="center" | Diese Vorschriften sollten Sie kennen 
 
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|style="background:#FEDBCB;" | Der Brandschutz ist durch eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen geregelt:  
 
 
* das [http://bundesrecht.juris.de/arbschg/index.html Arbeitschutzgesetz],  
 
* das [http://bundesrecht.juris.de/arbschg/index.html Arbeitschutzgesetz],  
 
* die [http://bundesrecht.juris.de/betrsichv/index.html Betriebssicherheitsverordnung],  
 
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* die [http://bundesrecht.juris.de/arbst_ttv_2004/index.html Arbeitsstättenverordnung] und  
 
* die [http://bundesrecht.juris.de/arbst_ttv_2004/index.html Arbeitsstättenverordnung] und  
 
* die [http://bundesrecht.juris.de/bfv_1980/index.html Verordnung über Anlagen zur Lagerung, Abfüllung und Beförderung brennbarer Flüssigkeiten zu Lande].
 
* die [http://bundesrecht.juris.de/bfv_1980/index.html Verordnung über Anlagen zur Lagerung, Abfüllung und Beförderung brennbarer Flüssigkeiten zu Lande].
Dazu kommen noch die [http://www.hvbg.de/d/pages/praev/vorschr/bgvr/bgvr1.html Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regeln]. Und wenn Sie neu bauen oder umbauen, müssen Sie noch das [http://www.baurecht.de/gesetze.htm Baurecht] beachten, das von Bundesland zu Bundesland variiert. Weil man da ganz schnell den Überblick verliert, verraten Ihnen die Bauaufsichtsbehörde, die [[Berufsgenossenschaft]] oder die Feuerwehr die jeweils wichtigen Details.
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Dazu kommen noch die [http://www.hvbg.de/d/pages/praev/vorschr/bgvr/bgvr1.html Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regeln]. Und wenn Sie neu bauen oder umbauen, müssen Sie noch das [http://www.baurecht.de/gesetze.htm Baurecht] beachten, das von Bundesland zu Bundesland variiert. Weil man da ganz schnell den Überblick verliert, verraten Ihnen die Bauaufsichtsbehörde, die [[Berufsgenossenschaft]] oder die Feuerwehr die jeweils wichtigen Details.</div>
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==Prävention und Prinzipien==
 
==Prävention und Prinzipien==
Nach der Arbeitsstättenverordnung müssen Sie „mit einer ausreichenden Anzahl von Feuerlöschanlagen ausgestattet sein“. Wie viele '''Feuerlöscher''' Sie vor Ort konkret brauchen, errechnet für Sie z.B. online der [http://www.institut-aser.de/458.htm Feuerlöscher-Rechner] beim Institut ASER e.V. an der Bergischen Universität Wuppertal. Alle zwei Jahre steht in dieser Angelegenheit ein Check durch einen autorisierten Betrieb an.
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Nach der Arbeitsstättenverordnung muss das Unternehmen „mit einer ausreichenden Anzahl von Feuerlöschanlagen ausgestattet sein“. Wie viele Feuerlöscher man vor Ort konkret braucht, errechnet z.B. online der [http://www.institut-aser.de/458.htm Feuerlöscher-Rechner] beim Institut ASER e.V. an der Bergischen Universität Wuppertal. Alle zwei Jahre steht in dieser Angelegenheit ein Check durch einen autorisierten Betrieb an.
  
Dann brauchen Sie noch einen '''Alarmplan,''' der zur [http://web.uni-marburg.de/zv//textarchiv/brand/brandschutz.htm Brandschutzordnung] gehört und Ihren Mitarbeitern genau sagt, was im Notfall zu tun ist. Wenn Sie nur ein kleines Büro haben, reicht die [http://www.brandschutz-kompakt.de/downloads/brandschutzordnung.pdf Brandschutzordnung&nbsp;A] aus.  
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Dann braucht es noch einen Alarmplan, der zur [http://web.uni-marburg.de/zv//textarchiv/brand/brandschutz.htm Brandschutzordnung] gehört und den Mitarbeitern genau sagt, was im Notfall zu tun ist. Wer nur ein kleines Büro hat, dem reicht die [http://www.brandschutz-kompakt.de/downloads/brandschutzordnung.pdf Brandschutzordnung&nbsp;A].  
  
Das Wichtigste ist aber der '''Fluchtweg'''. Er muss gekennzeichnet sein und darf nicht durch Gefahrenzonen wie z.B. das Farblager führen.
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Das Wichtigste ist aber der Fluchtweg. Er muss gekennzeichnet sein und darf nicht durch Gefahrenzonen wie z.B. das Farblager führen.
  
 
==Notfallmaßnahmen==
 
==Notfallmaßnahmen==
Die wenigsten Unternehmer wissen, dass sie ihre Angestellten einmal pro Jahr über Notfallmaßnahmen [[Unterweisungspflicht|aufklären]] müssen. Dabei wird erklärt, was konkret im Brandfall zu tun ist. Und weil das in der Unfallverhütungsvorschrift ganz genau vorgesehen ist, droht bei Verstößen ein Bußgeld. Nach dieser Vorschrift muss es ab zwei Angestellten auch einen anwesenden Ersthelfer geben. Ab zwanzig Mitarbeiter werden es laufend mehr.
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Die wenigsten Unternehmer wissen, dass sie ihre Angestellten einmal pro Jahr über Notfallmaßnahmen [[Unterweisungspflicht|aufklären]] müssen. Dabei wird erklärt, was konkret im Brandfall zu tun ist. Und weil das in der Unfallverhütungsvorschrift ganz genau vorgesehen ist, droht bei Verstößen ein [[Bußgeld]]. Nach dieser Vorschrift muss es ab zwei Angestellten auch einen anwesenden Ersthelfer geben. Ab zwanzig Mitarbeiter werden es laufend mehr.
  
 
==Kontrollen==
 
==Kontrollen==
Die Berufsgenossenschaften dürfen nach dem Sozialgesetzbuch&nbsp;VII Ihren Betrieb in punkto Sicherheit unter die Lupe nehmen. Da die Personaldecke aber sehr dünn ist, fallen Besuche eher selten an. Außerdem kann sich noch die Gewerbeaufsicht anmelden; aber die kommt meist erst bei konkretem Verdacht.
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Die Berufsgenossenschaften dürfen nach dem Sozialgesetzbuch&nbsp;VII den Betrieb in puncto Sicherheit unter die Lupe nehmen. Da die Personaldecke aber sehr dünn ist, fallen Besuche eher selten an. Außerdem kann sich noch die Gewerbeaufsicht anmelden; aber die kommt meist erst bei konkretem Verdacht.
  
 
==Sanktionen==
 
==Sanktionen==
Falls Sie etwas falsch machen, spielt grundsätzlich der Grad der Verfehlung eine Rolle: Wenn der letzte Feuerlöschercheck zweieinhalb Jahre her ist, dann ist das nicht so schlimm wie wenn bei einer Feuerwerksfabrik die Notausgänge versperrt sind. Bei kleineren Vergehen folgt meist eine Verwarnung. Dann müssen Sie aber nachrüsten.
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Falls die Verantwortlichen etwas falsch machen, spielt grundsätzlich der Grad der Verfehlung eine Rolle: Wenn der letzte Feuerlöschercheck zweieinhalb Jahre her ist, dann ist das nicht so schlimm wie wenn bei einer Feuerwerksfabrik die Notausgänge versperrt sind. Bei kleineren Vergehen folgt meist eine Verwarnung. Dann heißt es aber: nachrüsten!
  
Sofern ein Mitarbeiter verletzt wird, etwa weil der Fluchtweg blockiert war, wird Ihnen die Berufsgenossenschaft unbequeme Fragen stellen. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommt es aber meist nicht. Es kann aber durchaus sein, dass Sie die Unfallversicherung des Angestellten in Regress nimmt.
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Sofern ein Mitarbeiter verletzt wird, etwa weil der Fluchtweg blockiert war, wird die Berufsgenossenschaft unbequeme Fragen stellen. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommt es aber meist nicht. Es kann aber durchaus sein, dass die Unfallversicherung des Angestellten den [[Geschäftsführer]] in Regress nimmt.
  
 
==Wann zahlt Versicherung?==
 
==Wann zahlt Versicherung?==
Grundsätzlich gibt es nur dafür Geld, was auch die Police abdeckt. Für [[Datenverlust]] auf den Firmenrechnern und Folgeschäden, die durch den Produktionsausfall entstehen, sind z.B. besondere [[Elektronikversicherung]]en und [[Betriebsunterbrechungsversicherung]]en notwendig.
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Grundsätzlich gibt es nur für solche Schäden Geld, die die Police auch abdeckt. Für [[Datenverlust]] auf den Firmenrechnern und Folgeschäden, die durch den Produktionsausfall entstehen, sind z.B. besondere [[Elektronikversicherung]]en und [[Betriebsunterbrechungsversicherung]]en notwendig.
  
Der Versicherungsschutz leidet immer dann, wenn Sie grob fahrlässig handeln oder gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen – aber nur, falls der Brand durch diese Versäumnisse entstanden ist. Und das muss der Versicherer beweisen. Sonst zahlt er.
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Der Versicherungsschutz leidet immer dann, wenn jemand grob fahrlässig handelt oder gegen Sicherheitsvorschriften verstöß0t – aber nur, falls der Brand durch diese Versäumnisse entstanden ist. Und das muss der Versicherer beweisen. Sonst zahlt er.
  
 
Ein Beispiel: das Unternehmen, das in einer Papiersortieranlage Schweißarbeiten ausgeführt hatte. Die Firma stellte keine Brandwache ab, so wie es Vorschrift gewesen wäre. Als es dann zu anfing zu brennen, wollte die Versicherung des Papiersortierers die Schweißer in Regress nehmen. Pustekuchen!, sagte das Oberlandesgericht Frankfurt. Das Feuer hätte auch durch andere Arbeiten ausgelöst werden können.
 
Ein Beispiel: das Unternehmen, das in einer Papiersortieranlage Schweißarbeiten ausgeführt hatte. Die Firma stellte keine Brandwache ab, so wie es Vorschrift gewesen wäre. Als es dann zu anfing zu brennen, wollte die Versicherung des Papiersortierers die Schweißer in Regress nehmen. Pustekuchen!, sagte das Oberlandesgericht Frankfurt. Das Feuer hätte auch durch andere Arbeiten ausgelöst werden können.
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==Nützliche Links==
 
==Nützliche Links==
Die PDF-Broschüre [http://www.arbeitssicherheit.de/servlet/PB/show/1224726/bgi560.pdf Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz] des Hauptverbands der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) informiert Sie umfassend.
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* [[Gastbeitrag:Brandschutz im Rechenzentrum|Brandschutz im Rechenzentrum]]
{| style="float: right; margin-left: 0.5em; width:49%;"
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* [[Microsite: Gebäudesicherheit|Gebäudesicherheit]]
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* [[Gastbeitrag:Next Generation Fire Engineering| Next Generation Fire Engineering]]
| '''Im MittelstandsWiki'''
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* [[Unterweisungspflicht]]
 
* [[Verbandskasten]]
 
* [[Verbandskasten]]
* [[Unterweisungspflicht]]
 
* [[Versicherungen für KMU]]
 
|}
 
'''In den Journalen'''
 
* [http://itk.mittelstandswiki.de/2010/06/rittal-det-ac-xl-bietet-kompletten-brandschutz-in-rack-bauweise/ Rittal bietet kompletten Brandschutz in Rack-Bauweise]
 

Aktuelle Version vom 26. Juli 2019, 11:18 Uhr

Alarmplan und Fluchtwege

Von Sabine Philipp

Feuer im Betrieb ist stets eine Katastrophe. Wenn sich der Qualm verzogen hat, wird daraus oft noch ein heißer Fall für die Versicherung. Die nämlich zahlt nur, wenn alle Brandschutzvorschriften sorgfältig beachtet wurden. Besonders ist darauf zu achten, dass es genügend Feuerlöscher und Fluchtwege gibt. Dabei gelten für Lackierbetriebe natürlich andere Regeln als in einem Maklerbüro. Speziell für Wohnimmobilien ist außerdem ein besonders Brandschutzmanagement vorgeschrieben.

Dem Staat liegt ganz besonders der Schutz der Angestellten am Herzen. Ab einem Mitarbeiter nimmt er es mit dem Brandschutz besonders genau – auch dann, wenn es sich bei den Angestellten nur um eine Aushilfe handelt, die einmal pro Woche kommt (die Putzfrau ausgenommen). Wer ein Gewerbe betreibt, muss sich außerdem an die Vorgaben der jeweiligen Gewerbeordnung halten. Auch als Einzelkämpfer.

Die wichtigsten Vorschriften zum Brandschutz
Der Brandschutz ist durch eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen geregelt:

Dazu kommen noch die Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regeln. Und wenn Sie neu bauen oder umbauen, müssen Sie noch das Baurecht beachten, das von Bundesland zu Bundesland variiert. Weil man da ganz schnell den Überblick verliert, verraten Ihnen die Bauaufsichtsbehörde, die Berufsgenossenschaft oder die Feuerwehr die jeweils wichtigen Details.
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Prävention und Prinzipien

Nach der Arbeitsstättenverordnung muss das Unternehmen „mit einer ausreichenden Anzahl von Feuerlöschanlagen ausgestattet sein“. Wie viele Feuerlöscher man vor Ort konkret braucht, errechnet z.B. online der Feuerlöscher-Rechner beim Institut ASER e.V. an der Bergischen Universität Wuppertal. Alle zwei Jahre steht in dieser Angelegenheit ein Check durch einen autorisierten Betrieb an.

Dann braucht es noch einen Alarmplan, der zur Brandschutzordnung gehört und den Mitarbeitern genau sagt, was im Notfall zu tun ist. Wer nur ein kleines Büro hat, dem reicht die Brandschutzordnung A.

Das Wichtigste ist aber der Fluchtweg. Er muss gekennzeichnet sein und darf nicht durch Gefahrenzonen wie z.B. das Farblager führen.

Notfallmaßnahmen

Die wenigsten Unternehmer wissen, dass sie ihre Angestellten einmal pro Jahr über Notfallmaßnahmen aufklären müssen. Dabei wird erklärt, was konkret im Brandfall zu tun ist. Und weil das in der Unfallverhütungsvorschrift ganz genau vorgesehen ist, droht bei Verstößen ein Bußgeld. Nach dieser Vorschrift muss es ab zwei Angestellten auch einen anwesenden Ersthelfer geben. Ab zwanzig Mitarbeiter werden es laufend mehr.

Kontrollen

Die Berufsgenossenschaften dürfen nach dem Sozialgesetzbuch VII den Betrieb in puncto Sicherheit unter die Lupe nehmen. Da die Personaldecke aber sehr dünn ist, fallen Besuche eher selten an. Außerdem kann sich noch die Gewerbeaufsicht anmelden; aber die kommt meist erst bei konkretem Verdacht.

Sanktionen

Falls die Verantwortlichen etwas falsch machen, spielt grundsätzlich der Grad der Verfehlung eine Rolle: Wenn der letzte Feuerlöschercheck zweieinhalb Jahre her ist, dann ist das nicht so schlimm wie wenn bei einer Feuerwerksfabrik die Notausgänge versperrt sind. Bei kleineren Vergehen folgt meist eine Verwarnung. Dann heißt es aber: nachrüsten!

Sofern ein Mitarbeiter verletzt wird, etwa weil der Fluchtweg blockiert war, wird die Berufsgenossenschaft unbequeme Fragen stellen. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommt es aber meist nicht. Es kann aber durchaus sein, dass die Unfallversicherung des Angestellten den Geschäftsführer in Regress nimmt.

Wann zahlt Versicherung?

Grundsätzlich gibt es nur für solche Schäden Geld, die die Police auch abdeckt. Für Datenverlust auf den Firmenrechnern und Folgeschäden, die durch den Produktionsausfall entstehen, sind z.B. besondere Elektronikversicherungen und Betriebsunterbrechungsversicherungen notwendig.

Der Versicherungsschutz leidet immer dann, wenn jemand grob fahrlässig handelt oder gegen Sicherheitsvorschriften verstöß0t – aber nur, falls der Brand durch diese Versäumnisse entstanden ist. Und das muss der Versicherer beweisen. Sonst zahlt er.

Ein Beispiel: das Unternehmen, das in einer Papiersortieranlage Schweißarbeiten ausgeführt hatte. Die Firma stellte keine Brandwache ab, so wie es Vorschrift gewesen wäre. Als es dann zu anfing zu brennen, wollte die Versicherung des Papiersortierers die Schweißer in Regress nehmen. Pustekuchen!, sagte das Oberlandesgericht Frankfurt. Das Feuer hätte auch durch andere Arbeiten ausgelöst werden können.

Weniger Glück hatte ein Bäcker, der ein verkohltes Fladenbrot direkt vom Ofen in eine Papiertüte gepackt und in einem Plastikmülleimer entsorgt hat. Das Papier fing Feuer und bald stand auch die Tonne in Flammen. Das Oberlandesgericht Köln gab dem zahlungsunwilligen Versicherer Recht. Brandgefährdete Gegenstände haben nun mal nichts in einer Plastiktonne verloren. (Das Urteil hierzu gibt es beim NRW-Justizportal.)

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