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IT-Konsolidierung im Mittelstand, Teil 2

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Erst abgestimmte Datensicherung hilft wirklich

genialbaron

Von Sabine Philipp im Auftrag von Oracle Deutschland

Datensicherung ist und bleibt das ungeliebte Stiefkind mittelständischer Unternehmen. So ergab die IT Trust Curve von EMC unlängst, dass von 3200 Business-Entscheidern weltweit 29 % in den letzten zwölf Monaten Datenverluste erlitten hatten. Die Einbußen dadurch bezifferten sie mit 451.000 US$. Besonders schwerwiegend aber war: Nur 55 % konnten 100 % der Daten wiederherstellen. Ebenso erschreckend ist die Einschätzung der Experten von Steria Mummert Consulting; sie gehen davon aus, dass 50 % der deutschen Unternehmen keinen Notfallplan für IT-Sicherheitsvorfälle haben. Vielen Firmen fehle schlicht die Vorstellung, was bei einem IT-Ausfall passieren könne.

Auf diese Sorglosigkeit stößt auch Matthias Weiß, Direktor Mittelstand Technologie, Oracle Deutschland immer wieder. Für ihn ist eine feste Datensicherungsstrategie geschäftsentscheidend, denn er kennt die Folgen ungenügender Disaster Recovery aus praktischer Erfahrung. Im schlimmsten Fall steht der Betrieb über längere Zeit still.

Serie: Glasfaser
Teil 1 erklärt, wie Datenbanken und Anwendungen in sauberen Clustern oder Private Clouds besser und sicherer laufen. Teil 2 betont, dass dann auch das Storage-System clusterfähig sein muss und dass Notfallpläne nur greifen, wenn sie regelmäßig geprobt werden.

Strategien für den Ernstfall

Ein zentraler Baustein einer ordentlichen Datensicherungsstrategie sind regelmäßige Backups über verschiedene Medien. In der Regel geht das über Online-Speicher, Bänder oder RAID-Systeme. „Bei einem Datensicherungskonzept via RAID geht es – einfach ausgedrückt – darum, dass mehrere Festplatten eine Information gleichzeitig aufschreiben. Viele Unternehmen überspielen diese Daten auf Bänder, die sie in andere Brandschutzsektoren lagern“, erklärt Weiß. Eine andere, mittlerweile sehr beliebte Alternative sind Online-Backups, bei denen die Daten in ein entferntes Rechenzentrum übertragen und gespeichert werden.

verweis=http://www.oracle.com/de/mittelstand www.oracle.de/

Matthias Weiß ist seit 1990 für die ORACLE Deutsch­land B.V. & Co. KG tätig. Im Laufe der Jahre hatte er dort ver­schie­dene tech­nische und Manage­ment-Funk­tionen im Groß­kunden- und Part­ner­bereich inne. In­ner­halb des Unter­nehmens ist er für „Tech­no­logie im Mittel­stand“ zu­ständig. Ein Schwer­punkt seiner Tätig­keit ist die stra­te­gische IT-Beratung und Partner­unterstützung.


ORACLE Deutschland B.V. & Co. KG, Riesstraße 25, 80992 München, 0800-1824138, dir_ie@oracle.com, www.oracle.de

Unternehmen, die ihre Datenbanken in einem Cluster-Verbund laufen lassen, müssen dabei beachten, dass auch das Storage-System clusterfähig sein muss, gibt Weiß zu bedenken. Das heißt: Es muss auf alle Knoten gleichzeitig zugreifen können, um die Daten zu speichern.

Fehlerkorrektur und Probedurchlauf

Außerdem ist es wichtig, die Funktionsfähigkeit der Bänder im Auge zu behalten. Wie Weiß erklärt, bieten einige Anbieter von Backup-Software hierfür besondere Funktionalitäten, die kontrollieren können, ob die Daten korrekt aufgespielt wurden. Unabhängig davon empfiehlt er, mindestens drei Mal pro Jahr zu testen, ob die Backup-Abläufe und Tätigkeiten auch wirklich funktionieren. Das erhöht die Sicherheit und schafft Routine, falls es tatsächlich einmal zu einem Fehlerfall kommt. „Im Ernstfall steht der Administrator ohnehin unter enormen Druck. Wenn er dann dieses Verfahren noch nie geübt hat oder wenn die letzte Probe sehr lange zurückliegt, kann er schnell an seine Grenzen kommen.“ Da eine Datensicherung aus sehr unterschiedlichen Ursachen schieflaufen kann, rät Weiß zu Backup-Systemen, die Fehlerquellen identifizieren und konkrete Handlungsanweisungen geben: „Das mindert den Druck zusätzlich.“

Auf der anderen Seite benötigen Unternehmen für diese Generalproben einen Testrechner. Und der kostet Geld. Unternehmen mit überschaubarem IT-Budget rät Weiß daher zu einer Zusammenarbeit mit Partnern, die bereits für mehrere Kunden Backup-Konzepte konzipieren, sodass sich die Kunden einen Testserver teilen können. Das reduziere die Kosten enorm.

Backups und Virtualisierung
Eine ganz andere Herausforderung ist die Datensicherung von virtuellen Systemen. Wie eine Umfrage von Kroll Ontrack ergab, verloren 40 % der befragten Unternehmen Daten aus ihren virtuellen Umgebungen – und nur ein Drittel konnte 100 % der verlorenen Informationen wiederherstellen.

Bei der Administration von virtualisierten Umfeldern betont Matthias Weiß daher nicht umsonst, wie wichtig hierfür eine sehr solide Ausbildung sei, um diese recht komplexe Materie zu beherrschen. Kleineren Unternehmen rät er, in solchen Fällen die Dienste eines Software- bzw. Consulting-Hauses in Anspruch zu nehmen – sowohl bei der Konzeption als auch bei der Implementierung und beim Betrieb.

Fazit: Gut eingespielte Sicherheit

Tadellose Backups sind und bleiben das Sicherheitsnetz jeder Unternehmens-IT. Konsolidierte Systeme und ein virtualisiertes Umfeld erfordern eine sehr genau durchdachte und gründlich durchgespielte Datensicherungsstrategie. Technisch betrachtet stehen alle benötigten Hilfsmittel dafür parat; erforderlich ist aber in jedem Fall eine aufmerksame und regelmäßige Übung der Abläufe nach Notfallplan, damit die Wiederherstellung im Krisenfall auch zeitnah und erfolgreich vonstattengeht.

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