Planned Obsolescence

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Von Hans Klumbies

Planned Obsolescence bezeichnet die bewusste Einschränkung der Nutzungsdauer eines Gebrauchsprodukts, sodass Hersteller vom Wiederholungs- oder Ersatzkauf profitieren.

Obwohl eine solche Produktionsstrategie auf den ersten Blick geradezu boshaft erscheint, ist sie nicht ohne Sinn. Viele Produkte sind ja entweder mit weiteren Produkten eng verbunden oder bestehen selbst aus diversen Komponenten, so dass sie zusammen einen Verbund von Teilen mit ganz unterschiedlicher Lebensdauer und ganz unterschiedlichen Innovationszyklen bilden. Beispielsweise wäre es wenig sinnvoll, ein Handy-Gehäuse mit dem Ziel zu produzieren, dass es 20 Jahre halten solle – in dieser Zeit ist die gesamte Telekommunikation vermutlich drei Mal revolutioniert. Das Gehäuse kann also getrost mit billigeren Werkstoffen gefertigt werden und so „geplant obsolet“ werden. Es muss ja nicht länger halten als die aktuelle Mobilfunktechnologie.

Die Nutzungseinschränkung muss dabei nicht unbedingt funktionell oder qualitativ sein, wie das bei typischen Verschleißteilen der Fall ist – sie ist oft auch schlicht der Mode geschuldet. Hersteller, die mit Planned Obsolescence Neukäufe erzwingen, gibt es schon seit den 1920er-Jahren – seit die Fließbandfertigung die Einzelanalyse aller Fertigungsschritte möglich und nötig machte. General Motors z.B. brachte mit Absicht jedes Jahr ein neues Modell auf den Markt: So konnte jeder auf den ersten Blick erkennen, wie alt das Auto war. Da sich nur wenige mit einem Modell von gestern sehen lassen wollten, wurde dadurch der Verkauf von Neuwagen forciert.

Als Bumerangeffekt wirkt sich eine solche Strategie allerdings dann aus, wenn der Kunde die Absicht durchschaut und zum Boykott übergeht: Der Ruf des Unternehmens leidet, und die Kunden wechseln den Anbieter.


Siehe auch Adoption.