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==Fazit: Bedarfsorientiert auswählen==
 
==Fazit: Bedarfsorientiert auswählen==
Wer im unübersichtlichen Teich der Hosting-Angebote fischen will, braucht neben dem richtigen Gespür auch ein klein wenig Ahnung vom Angeln. Lassen sie sich also weder von dubiosen Billig-Anbietern locken noch von überzogenen technischen Features beeindrucken, sondern orientieren Sie sich zunächst an den Anforderungen Ihres konkreten Webprojekts. Dann steht dem erfolgreichen ersten WordPress-Auftritt nichts mehr im Wege.
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Wer im unübersichtlichen Teich der Hosting-Angebote fischen will, braucht neben dem richtigen Gespür auch ein klein wenig Ahnung vom Angeln. Lassen Sie sich also weder von dubiosen Billig-Anbietern locken noch von überzogenen technischen Features beeindrucken, sondern orientieren Sie sich zunächst an den Anforderungen Ihres konkreten Webprojekts. Dann steht dem erfolgreichen ersten WordPress-Auftritt nichts mehr im Wege.
  
 
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Version vom 10. Juni 2015, 01:02 Uhr

So klappt die Rechnung mit dem Wirt

Von Dirk Bongardt

Wer eine Möglichkeit sucht, für eine oder mehrere WordPress-basierte Webseiten den passenden Platz im Web zu finden, kann sich vor Angeboten kaum retten: Vom preisgünstigen Shared-Hosting-Angebot mit Ein-Klick-Installation über virtuelle bis hin zu dedizierten physischen Servern reicht die Auswahl, und entsprechend variieren die Kosten. Die eine Hosting-Lösung, die jedem Anspruch gerecht wird, gibt es eben leider nicht.

Einige zentrale Aspekte gilt es bei der Auswahl eines Webhosting-Pakets zu beachten. Dazu zählen ebenso technische Kriterien wie wirtschaftliche und vertragsrechtliche Details.

Die grundlegende Technik überprüfen

Die technischen Voraussetzungen, die WordPress an ein Hosting-Angebot stellt, nehmen sich zunächst bescheiden aus, wenn man den Angaben folgt, die auf wordpress.org zu finden sind:

  • PHP in Version 5.2.4 oder darüber (Mindestanforderung, empfohlen wird PHP 5.4 oder darüber)
  • MySQL-Datenbank in Version 5.0 oder darüber (empfohlen wird MySQL 5.5 oder darüber)

Wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, lässt sich WordPress auf dem Host zum Laufen bringen. Dass es problemlos läuft, ist damit aber noch nicht garantiert. In die Liste der Mindestvoraussetzungen für einen sinnvollen Einsatz gehören auch die beiden folgenden Punkte:

  • Auf einem Apache-Server muss das Modul mod_rewrite aktiviert sein (ohne dieses Modul kann WordPress keine sprechenden Urls verwenden).
  • Das PHP-Memory-Limit muss mindestens 64 MB (besser 128 MB oder darüber) betragen (dieses Limit legt fest, wie viel Speicherplatz ein PHP-Script beanspruchen darf, und hat wesentlichen Einfluss auf Stabilität und Geschwindigkeit des WordPress-Systems).

Neben diesen Mindestanforderungen, die der Hosting-Provider erfüllen muss, sollte man dann auch den Bedarf an optionaler technischer Ausstattung klären. Denn wenn die WordPress-Website erst einmal erfolgreich läuft, möchte man gerne weiter experimentieren, und damit steigen die Ansprüche.

Der Speicherplatz hängt vom Projekt ab

Ein Aspekt, den Web-Hoster in ihrer Werbung gern nach vorn rücken, ist der Speicherplatz, den sie zur Verfügung stellen. Wie viel Speicherplatz ein Webprojekt tatsächlich benötigt, hängt vor allem davon ab, ob und in welchem Umfang Mediendateien und Downloads zur Verfügung stehen sollen, und welcher Art insbesondere die Mediendateien sind. Eine Stunde Video in HD-Auflösung nimmt gut und gern mehr als ein Gigabyte Speicherplatz in Anspruch, den selben Platz könnte man aber auch mit rund 2.000 Fotos (jeweils in einer webtauglichen Auflösung von einem Megapixel) im JPEG-Format füllen. Will man in erster Linie Text-Inhalte veröffentlichen oder Fotos und Videos auf Social-Media-Plattformen wie Flickr oder YouTube teilen, würde theoretisch schon ein Speicherplatz von hundert Megabyte ausreichen – damit wäre allerdings der Spielraum für künftige Erweiterungen des Projekts deutlich eingeschränkt.

Mehrere Datenbanken nutzen

Grundsätzlich lässt sich ein und dieselbe Datenbank für mehrere WordPress-Installationen, Adserver, Webanalyse-Tools und andere Zwecke verwenden. Darunter leiden aber sowohl die Übersichtlichkeit als auch die Reaktionszeiten der betroffenen Systeme. Am besten ist es, eine Datenbank immer nur für einen einzelnen Verwendungszweck zu nutzen. Wollen Sie also eine WordPress-basierte Website aufsetzen, die Zugriffe der Benutzer mit dem Webanalyse-Tool Piwik protokollieren und mit dem Revive Adserver Ihre Anzeigen platzieren, wäre es sinnvoll, diese Aufgaben auf drei Datenbanken verteilen zu können.

Backups einrichten

Einige Hoster bieten automatisierte, regelmäßige Backups an. Datenverluste durch Hackerangriffe, unachtsame Mitarbeiter, oder schlicht physische Schäden an den Datenträgern sind nie ganz auszuschließen. Wie man selbst für eine regelmäßige Datensicherung sorgen kann, verrät der Artikel WordPress-Backup einrichten. Nimmt einem der Hoster diese Arbeit ab, um so besser. Doch man sollte sich genau vergewissern, welche Daten gesichert werden (einige Anbieter sichern zum Beispiel nur die Daten auf dem Webspeicherplatz, aber nicht die Inhalte der Datenbank), in welchen Abständen ein Backup erfolgt und wie lange man darauf Zugriff hat.

Wichtige Vertragsdetails

Neben der regelmäßigen Absicherung sollte man sich unbedingt auch von weiteren Sicherheitsvorkehrungen überzeugen, die der Host-Provider anstrengt, um die Daten seiner Kunden zu schützen. Bevor man dann aber einen Vertrag abschließt, steht noch eine Überprüfung weiterer wichtiger Serviceleistungen an, die auf alle Fälle schriftlich fixiert sein sollten.

Garantierte Verfügbarkeit überprüfen

Nicht jeder Hoster garantiert eine bestimmte Verfügbarkeit. Wenn dies jedoch der Fall ist, sollte man ein Angebot mit einer Verfügbarkeit von 99 Prozent oder mehr wählen. 98 Prozent mögen immer noch nach viel klingen, rechnerisch könnte die Website dann aber pro Jahr für mehr als eine Woche unerreichbar sein. Wenn Ihr Geschäft davon abhängt, kann Sie das teuer zu stehen kommen.

Einfache Upgrade-Möglichkeiten einplanen

Lassen Sie Ihr Projekt nicht am eigenen Erfolg scheitern. Schon vor Vertragsschluss sollte geklärt werden, wie einfach und schnell man gegebenenfalls Leistungen hinzubuchen kann, z.B. mehr Speicherplatz, weitere Datenbanken, eine schnellere Bereitsstellung der Inhalte per Content Delivery Network und Ähnliches. Es wäre unwirtschaftlich, für ein kleines Testprojekt von Anfang an ein High-End-Hostingpaket zu buchen. Lassen sich aber Upgrades einfach und schnell vornehmen, bleibt man reaktionsfähig, falls der Test erfolgreicher verläuft als erwartet.

Zulässige Inhalte und Nutzungsarten beachten

Im Kleingedruckten vieler Hosting-Verträge finden sich Angaben zu verbotenen Nutzungsarten. So schließen viele Hoster pornografische Angebote generell aus, auch unabhängig davon, ob der Kunde Jugendschutzvorschriften einhält. Auch Chats, Download-Portale und andere Nutzungsarten sind mitunter nicht gestattet, weil sie entweder eine sehr hohe Serverlast verursachen oder rechtlich problematisch sind.

Nicht an der falschen Stelle sparen

Es ist nur selten wirtschaftlich, das preisgünstigste Angebot anzunehmen. Um einen niedrigen Preis bieten zu können, sparen Billig-Hoster da, wo es nicht direkt auffällt: Sie lagern ein paar mehr Shared-Hosting-Angebote auf einem Server, richten ein paar mehr virtuelle Server auf einem physischen Server ein, sparen an der Netzanbindung oder überlassen den Support den nur kurz angelernten Mitarbeitern eines externen Callcenters.

Web-Provider, die ihren Kunden gute Serviceleistungen bieten und diese auch vertraglich garantieren, verlangen in der Regel etwas mehr für ihre Dienste. Doch auf Dauer zahlt sich die Investition in ein qualitativ hochwertiges Hosting für jeden Seitenbetreiber aus. Ein TÜV-Siegel allein sagt noch nicht allzu viel über die Qualität des Hosting-Anbieters, da verrät ein Testanruf beim Support-Team oft schon mehr.

Fazit: Bedarfsorientiert auswählen

Wer im unübersichtlichen Teich der Hosting-Angebote fischen will, braucht neben dem richtigen Gespür auch ein klein wenig Ahnung vom Angeln. Lassen Sie sich also weder von dubiosen Billig-Anbietern locken noch von überzogenen technischen Features beeindrucken, sondern orientieren Sie sich zunächst an den Anforderungen Ihres konkreten Webprojekts. Dann steht dem erfolgreichen ersten WordPress-Auftritt nichts mehr im Wege.

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