Mittelstandskonjunktur hat Zenit überschritten

Die Mittelstandskonjunktur in Deutschland hat ihren Zenit im laufenden Zyklus überschritten, ist in der aktuellen KfW-Researchpublikation „MacroScope“ zu lesen. Gleichwohl wachse die deutsche Wirtschaft 2007 das zweite Jahr in Folge deutlich schneller als im langfristigen Durchschnitt. Die Produktionskapazitäten werden zunehmend ausgelastet, wofür der Boom bei den Investitionen sowie der beschleunigte Abbau der Arbeitslosigkeit, der erstmals seit den 70er Jahren auch die Sockelarbeitslosigkeit erfasst hat, der sichtbarste Ausdruck sei.

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Mit erwarteten 2,5% werde das Realwachstum allerdings nicht mehr so rasant sein wie 2006 (2,9%). Die Unternehmensinvestitionen dürften 2007 um 6,3% zulegen und damit nur etwas von der äußerst hohen Dynamik des Vorjahres (7,2%) einbüßen, prognostizieren die Ökonomen der KfW-Bankengruppe.

Die Experten weiter: Vor diesem Hintergrund bilde sich das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen seit fast einem Jahr zurück, allerdings ohne dass bereits von einer schlechten Stimmung gesprochen werden könne. Es sei vielmehr im Herbst 2007 immer noch vergleichbar mit dem Spitzenwert des Wachstumsrekordjahrs 2000. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten die Mittelständler bis zuletzt außerordentlich gut. Demgegenüber haben sich die Geschäftserwartungen laut Studie schon seit wesentlich längerer Zeit und zuletzt auch deutlich stärker eingetrübt als die Lageurteile.

Der Aufschwung wird 2008 nicht abreißen, das Wachstum dürfte sich jedoch auf 1,8% verlangsamen. Der Anstieg der Unternehmensinvestitionen verringere sich dabei auf 3,6%. Während die positiven Impulse vom Export und den Investitionen nachlassen werden, dürfte der private Konsum dank der durchgreifenden Erholung am Arbeitsmarkt zum zentralen Träger des Wachstums werden, hoffen die Ökonomen.

„Dies sollte sich in weiter positiven oder zumindest zufrieden stellenden Geschäftsklimaurteilen der Mittelständler niederschlagen“, sagte KfW-Chefvolkswirt Dr. Norbert Irsch. Maßgebliche Risiken seien neben der Euroaufwertung, dem Ölpreis und der labilen US-Konjunktur die schwelende Vertrauenskrise an den Finanzmärkten sowie die jüngsten kräftigen Anstiege der Nahrungsmittel- und Energiepreise, die wegen ihrer großen Bedeutung für die „gefühlte“ Inflation das Konsumklima nachhaltig trüben könnten.

Das aktuelle „MakroScope Nr. 26“ sowie weitere volkswirtschafliche Studien und Publikationen stehen im Internet per Download zur Verfügung. (ots/ml)