Unerwartete Verschnaufpause für ifo-Geschäftsklima

Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft
Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Januar von 82,7 Punkten auf 83,0 Punkte leicht gestiegen. Während die Unternehmen die augenblickliche Geschäftslage schlechter als im Vormonat bewerten (86,8 Punkte nach 88,8 Punkten im Dezember), sehen sie dem Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten weniger skeptisch als noch vor einem Monat (Anstieg von 76,9 Punkten auf 79,4 Punkte). Eine konjunkturelle Wende kann man nach Ansicht des Münchner ifo-Instituts daraus nicht ableiten.

Der saisonbereinigte Saldo des Geschäftsklimaindex ist von -35,2 Zählern auf -34,5 Zähler leicht gestiegen. Durch den Absturz in den letzten Monaten (wir berichteten darüber) findet die leichte Verbesserung allerdings auf sehr niedrigem Niveau statt.

Geschäftslage und -erwartungen nach Wirtschaftsbereichen
Geschäftslage und -erwartungen nach Wirtschaftsbereichen

Das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe ist etwas trüber als im Dezember. Entsprechend sank der Saldo -39,9 auf -40,1 (der Dezember-Wert wurde revidiert). Die Unternehmen berichten von einer abermals verschlechterten Geschäftslage. Jedoch äußern sich weniger Firmen als bei der vergangenen Befragung negativ zum Geschäftsverlauf im nächsten halben Jahr. Insgesamt erwarten die Industriefirmen aber weiterhin eine sehr ungünstige Geschäftsentwicklung. Die Unternehmen lasten ihre Geräte und Maschinen erheblich weniger aus als im vergangenen Herbst und planen, den Personalbestand zu reduzieren.

Im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima im Saldo von -30,4 auf -26,6 leicht verbessert. Sowohl ihre augenblickliche Lage als auch ihre Perspektiven betrachten die Einzelhändler weniger zurückhaltend als im Dezember.

Auch der Saldo des Geschäftsklimaindex im Großhandel ist von -26,1 auf -25,3 geringfügig gestiegen. Die Großhändler berichten von einer ähnlichen Geschäftssituation wie im Dezember, sind aber hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung etwas weniger skeptisch.

Dritter im Bunde der Glücklichen ist das Bauhauptgewerbe, dessen Klima-Saldo ebenfalls von -30,3 auf -29,5 leicht zulegte. Die Firmen der Branche bewerten ihre augenblickliche Geschäftslage zwar ungünstiger, ihre Erwartungen an den Geschäftsverlauf im kommenden halben Jahr sind aber weniger negativ als im Dezember.

ifo-Geschäftsklima in der Dienstleistungswirtschaft
ifo-Geschäftsklima in der Dienstleistungswirtschaft

Das ifo-Geschäftsklima im Dienstleistungsgewerbe hat sich im Januar gegenüber dem Vormonat Dezember etwas erholt. Der saisonal unbereinigte Saldo stieg von -14,5 im Dezember auf aktuell -8,6 Zähler an. Die beiden Komponenten des Geschäftsklimaindikators entwickelten sich dabei gegenläufig: Die Unternehmen sind mit ihrer momentanen Geschäftslage erneut unzufriedener als im Vormonat (-2,0 nach 0,0 im Dezember). Bezüglich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten überwiegen weiterhin die skeptischen Stimmen, doch hat der Pessimismus etwas abgenommen (-15,0 nach -28,0 im Dezember). Die Unternehmen planen etwas weniger Personalabbau als noch im Dezember.

(ifo/ml)