E-Learning kann Kurzarbeit sinnvoll ergänzen

Das computer- und internetgestützte Lernen, sogenanntes E-Learning, entwickelt sich nach Angaben des Branchenverbands BITKOM zu einem wichtigen Bestandteil der Aus- und Weiterbildung. Es bietet sich gerade in Zeiten der Kurzarbeit als sinnvolle Ergänzung an, von der Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren können. Laut einer repräsentativen Umfrage des Verbands nutzen bereits 41 % der Berufstätigen und Auszubildenden den Computer für die persönliche Aus- oder Weiterbildung. Berufliche und private Fortbildung zusammengerechnet sind es sogar 36 % der PC- und Internetnutzer bzw. 17 Millionen Bundesbürger, die den Computer gezielt zum Lernen einsetzen.

„In der aktuellen Wirtschaftskrise sollten die Unternehmen aktiv auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter setzen“, rät BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „Moderne Trainingsformen per Computer und Internet sollten dabei eine zentrale Rolle spielen. E-Learning spart Zeit und Geld.“ Dabei könnten die Arbeitnehmer insbesondere in Phasen der Kurzarbeit mit Unterstützung durch die Arbeitsagenturen rechnen.

Beim E-Learning wird zum Beispiel mit einer Lernsoftware Wissen vermittelt oder Trainer und Seminarteilnehmer treffen sich in sogenannten virtuellen Klassenräumen. E-Learning hat vor allem den Vorteil, dass die Lernenden selbst bestimmen können, wann und wo sie lernen. So können Trainings mit Unterstützung von Video-, Sprach- und Chatfunktion am PC unabhängig von einem bestimmten Ort durchgeführt werden. Sehr häufig kommt in der Praxis eine Kombination von Präsenzveranstaltungen und E-Learning zum Einsatz, bei dem die Lerneinheiten am Computer nachbearbeitet und das Wissen vertieft werden. Zudem erleichtert das Internet die Kommunikation zwischen Coach und Teilnehmer. Nicht zum E-Learning gehören einfache Recherchen mit dem Internet oder die Ausarbeitung von Dokumenten für Seminare, Kurse und andere Unterrichtsformen.

Am stärksten wird der Computer naturgemäß für das Erlernen von Anwendungsprogrammen für den PC eingesetzt. Nach den Ergebnissen der Umfrage lernen 15 % der Internetnutzer am Computer, wie man mit einer Textverarbeitung, einem Präsentationsprogramm oder einem Internetbrowser umgeht. 11 % der Befragten lernen auf ihren Job zugeschnittene Inhalte, zum Beispiel zum Thema Projektmanagement oder bei Produktschulungen. Weitere 10 % erlernen mit Computer und Internet eine Fremdsprache.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten nach Empfehlung des BITKOM bei Weiterbildungsmaßnahmen eine Unterstützung durch die örtlichen Arbeitsagenturen prüfen. Im Rahmen des Konjunkturpakets II hat die Bundesregierung Hilfen für Betriebe eingeführt, die von der Wirtschaftskrise betroffen sind. So übernehmen die Arbeitsagenturen die Sozialbeiträge für alle Kurzarbeiter, die sich weiterbilden. Und zwar unabhängig von Alter und Qualifikation.

(BITKOM/ml)