Gründungsmonitor 2009 zeigt zwiespältige Entwicklung

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Im Jahr 2008 haben sich 797.000 Personen in Deutschland selbstständig gemacht. Im Vergleich zum Jahr 2007 bedeutet das zwar einen Rückgang um 7 %. Dennoch bedeutet das eine positive Entwicklung, denn 2007 gingen die Gründungen um 21 % zurück. Vor allem die Zahl der Gründer im Vollerwerb ist 2008 auf 331.000 gestiegen und hat sich damit um 5 % erholt, während die Zahl der Nebenerwerbsgründer um 14 % auf 466.000 abgesunken ist. Diese Daten entstammen dem aktuellen“ KfW-Gründungsmonitor“ der KfW Bankengruppe für 2009.

Die Wirtschaftskrise hat sich im vergangenen Jahr bis einschließlich November noch nicht auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Dennoch war jeder fünfte Gründer vor dem Schritt in die Selbstständigkeit arbeitslos. Für das laufende und vor allem das kommende Jahr erwarten die KfW-Experten einen weiteren Anstieg der Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus.

Zentrale Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors 2009

  • Das Scheitern in der ersten Phase nach der Unternehmensgründung ist hoch: Mehr als ein Viertel aller Gründer sind nach drei Jahren nicht mehr auf dem Markt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Gründung die schwierige Anfangsphase übersteht, ist höher, wenn der Gründer bereits Erfahrung aus einer vorangegangenen Selbstständigkeit mitbringt oder größere finanzielle Mittel einsetzt.
  • Das breite Gründergeschehen wird weiter von kleinen und kleinsten Gründungsprojekten dominiert. Drei von vier Gründern (72 %) hatten keine Mitarbeiter. Der Bruttobeschäftigungseffekt je Neugründung betrug 1,6 vollzeitäquivalente Stellen im Vollerwerb (einschließlich Gründer) und 0,3 vollzeitäquivalente Stellen im Nebenerwerb (ohne Gründer). In Neugründungen des Jahres 2008 sind insgesamt 449.000 vollzeitäquivalente Stellen entstanden (Vorjahr: 468.000 Stellen).
  • 86 % Prozent aller Jungunternehmer starten im Dienstleistungssektor. Damit setzt sich die Tertiarisierung der deutschen Wirtschaft fort. Im Verarbeitenden Gewerbe machten sich lediglich 4 % der Gründer selbstständig.
  • Der Anteil innovativer Gründungen liegt bei knapp 15 %. Mit der insgesamt sinkenden Gründerzahl geht auch die Zahl dieser für unsere Volkswirtschaft besonders wichtigen Zielgruppe zurück.
  • Gut zwei Drittel (71 %) aller Gründer haben finanziellen Mittelbedarf zur Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln. Dabei setzten Gründer vermehrt eigene Mittel ein: 66 % der Gründer mit Finanzmittelbedarf nutzten im Jahr 2008 ausschließlich eigene Mittel (2007: 59 %, 2006: 44 %).
  • Die große Mehrheit (74 %) aller externen Finanzierungen (z. B. Bankkredite) bewegt sich im sog. Mikrofinanzbereich von weniger als 25.000 EUR.
  • Nur 17 % aller Gründer hatten Probleme bei der Finanzierung ihres Gründungsvorhabens, auch weil Gründer insgesamt relativ selten (21 %) auf externe Finanzierung zurückgreifen.
  • Gründer, die sogenanntes formelles externes Kapital wie Bankkredite oder Venture Capital einsetzen, sind doppelt so häufig (36 %) von Finanzierungsschwierigkeiten betroffen. Im Jahr 2008 haben die Finanzierungsschwierigkeiten für Gründer mit externem Mitteleinsatz nicht zugenommen.

Der KfW-Gründungsmonitor 2009 steht als kostenloser Download im Internet zur Verfügung.

(KfW/ml)

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