Einzelhandelsprognose bei zwei Prozent Umsatzverlust

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Mit einem nominalen Umsatzrückgang von 2 % im laufenden Jahr rechnet derzeit der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Damit korrigierte der Verband am Mittwoch seine frühere Prognose nach unten. Anlass dazu gaben die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom gleichen Tag. Aus den Statistikwerten ergibt sich für den klassischen Einzelhandel (ohne Kfz, Brennstoffe, Apotheken) ein Umsatzminus von 3,1 Prozent nominal.

Diesen Umsatzrückgang begründete der Verband vor allem mit einem fehlenden Verkaufstag gegenüber dem Vorjahresmonat. Rechnet man diesen fehlenden Tag heraus, habe sich die Geschäftslage im Mai sogar leicht verbessert.

Betrachtet man aber die ersten fünf Monaten des Jahres, so sank der Umsatz des klassischen Einzelhandels um nominal 2,2 %, preisbereinigt um 2,8 %. Für das erste Halbjahr geht der Verband von einem vergleichsweise moderaten Umsatzrückgang von nominal 2 % aus. Das bedeutet, dass die Umsatzentwicklung hinter den Erwartungen des Einzelhandels zurückblieb. Der HDE gab unter anderem auch der Abwrackprämie Schuld am schlechten Einzelhandelsergebnis.

Der Hauptverband rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang von nominal 2 %. Darin eingerechnet sind die im Vergleich zu 2008 fehlenden zwei Verkaufstage in diesem Jahr, die mit etwa 0,7 Prozentpunkten zu Buche schlagen. Es könnte auch eine geringfügig bessere Entwicklung geben. Dies werde wesentlich von der Entwicklung am Arbeitsmarkt abhängen, glaubt der HDE. Mit einem zweiprozentigen Umsatzminus bewege man sich aber immer noch im Rahmen der seit Jahren üblichen Schwankungen bei den Einzelhandelsumsätzen, wenn auch am unteren Ende. Gleichzeitig warnte der HDE, das sei zwar im Vergleich zu anderen Branchen nicht dramatisch, aber man dürfe die Entwicklung auch nicht verharmlosen, da die Handelsunternehmen nicht vom Aufschwung profitiert haben und kaum Reserven anlegen konnten.

Der HDE warnte bei dieser Gelegenheit dringend vor einer Mehrwertsteuererhöhung. Wirtschaftlich schwierige Zeiten seien keine Zeiten für Steuererhöhungen zur Haushaltssanierung. Staatsverschuldung bekomme man nur mit Ausgabenkürzungen und vor allem Wirtschaftswachstum in den Griff. Dennoch würden aktuell die Mehrwertsteuererhöhung oder als Variante die Streichung beziehungsweise Anhebung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes diskutiert. So schlage z. B. DIW-Chef Zimmermann eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf 25 % vor in der Hoffnung, dass vorgezogene Käufe für ein Konjunkturhoch sorgen. Selbst wenn dem so sein würde, käme das böse Erwachen danach, wenn die höhere Mehrwertsteuer dem Konsum einen herben Dämpfer verpasst, kritisiert der Verband den DIW-Vorstoß und kündigt schon mal vorsorglich an, man werde seitens des HDE erbittert jeden Versuch bekämpfen, die Mehrwertsteuer zu erhöhen.

Weitere Konjunkturdaten zum Einzelhandel können der Präsentation „Konjunkturumfrage Einzelhandel, Frühjahr 2009“ entnommen werden, die als kostenloser Download online bereitsteht.

(HDE/ml)