Globale Kapitalströme auch in Zukunft unausgewogen

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Die Ersparnisschwemme in Ostasien sowie die lockere Geldpolitik und die unzureichende Finanzmarktregulierung in den USA sorgten in den letzten Jahren für wachsende globale Ungleichgewichte. Nun scheinen im Zuge der Weltwirtschaftskrise diese Ungleichgewichte abzunehmen. Experten des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel halten das für eine trügerische Besserung, die voraussichtlich nur von kurzer Dauer sein wird, da die strukturellen Ursachen der Leis­tungs­bi­lanz­un­gleich­ge­wich­te nach wie vor nicht behoben sind.

In Ostasien und vor allem in China sorgte nach Meinung der Kieler Welt­wirt­schafts­ana­lys­ten in erster Linie das extreme Sparverhalten der Bevölkerung für einen exorbitanten Anstieg der Leistungsbilanzüberschüsse in den letzten Jahren. Schlecht entwickelte lokale Finanzmärkte gepaart mit unterentwickelten sozialen Sicherungssystemen können als die Hauptgründe für dieses „Vorsorgesparen“ angesehen werden.

Dem Defizit der Leistungsbilanz in den USA liegen der Analyse zufolge zwei komplementäre Ursachen zugrunde: Die unzureichend regulierten Finanzmärkte und daraus resultierende hohe Erträge lockten vor allem Investoren aus Ländern mit schlecht entwickelten Finanzmärkten an – zum Beispiel aus dem ostasiatischen Raum und China. Diese einseitigen Kapitalflüsse führten so zu einem stetigen Anwachsen der globalen Ungleichgewichte.

Diese strukturellen Ursachen der globalen Ungleichgewichte bestehen weitgehend fort und die Gefahr erneuter krisenhafter Ungleichgewichte ist daher nicht gebannt. Exzessive globale Ungleichgewichte können in Zukunft nur vermieden werden, wenn ein institutioneller Rahmen geschaffen wird, der die globalen Finanzmärkte effektiv reguliert.

Die ausführlichen Analyseergebnisse können in der aktuellen Ausgabe 7/2009 des (englischsprachigen) „Kiel Policy Brief“ nachgelesen werden. Die Ausgabe steht als kostenloser Download im Internet zur Verfügung.

(IfW/ml)