Arbeitsmarktstudie
Selbständigkeit für jeden dritten Deutschen attraktiv

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Die Einstellung der Deutschen zur Selbständigkeit ist besser als erwartet, stellt eine neue Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München fest. Demnach halten 31 % der Befragten Selbständigkeit für attraktiv. Das sind wesentlich mehr Bundesbürger, als tatsächlich selbständig sind. Ein Gründerwille ist vor allem bei der jüngeren Generation zu spüren. Jeder Dritte im Alter von 14 bis 29 Jahren (31 %), der noch nicht selbständig ist, kann sich eine Selbständigkeit grundsätzlich vorstellen; im Durchschnitt ist es nur jeder Sechste (17 %).

Unabhängig von einer konkreten Gründungsabsicht wird als Hauptgrund für den Schritt in die Selbständigkeit an erster Stelle Unabhängigkeit (58 %) genannt, gefolgt von zu­sätz­li­chen Verdienstmöglichkeiten (44 %) sowie Eigeninitiative und Selbstverwirklichung (42 %). Die Studie zeigt außerdem, dass flexible Beschäftigungsmodelle besonders bei Familien mit Kindern gefragt sind. Hier ist die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie (43 %) ein wichtiger Pluspunkt für die Selbständigkeit.

Unabhängig davon, ob eine Selbständigkeit für die Befragten konkret infrage kommt oder nicht, können sich zwei Drittel der Deutschen (63 %) eine Selbständigkeit am ehesten im Nebenerwerb vorstellen, davon rund die Hälfte (30 %) zuerst im Nebenerwerb und anschließend im Haupterwerb. Lediglich jeder Fünfte (21 %) würde direkt den Schritt in die haupterwerbliche Selbständigkeit wählen.

70 % der Deutschen halten Selbständigkeit allerdings für riskant, 37 % für kompliziert umzusetzen. Als größte Hürden für den Schritt in die Selbständigkeit werden jedoch nicht die allgemeinen Rahmenbedingungen wie staatliche Förderung oder bürokratischer Aufwand wahrgenommen, sondern fehlendes Startkapital (85 %), mangelnde Wirtschaftskenntnisse (73 %) und geringe Risikobereitschaft (71 %).

Professor Dietmar Harhoff, Direktor des LMU Entrepreneurship Centers in München beklagt: „Die finanzielle Förderung von Gründungen ist in Deutschland objektiv betrachtet eine der besten in Europa, nur kennen leider viele die Angebote nicht. Gründe für diesen Mangel an Kenntnissen sind in der schwächeren ideellen Förderstruktur – also der Vermittlung einer fundierten wirtschaftlichen Wissensbasis – in Deutschland zu finden.“

Die Studie wird zweimal pro Jahr von der Ludwig-Maximilians-Universität München in Kooperation mit dem Direktvertriebsunternehmen Amway veröffentlicht und ist Teil der Amway-Initiative Zukunft Selbständigkeit. Für die aktuelle Studie wurden 2000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt. Eine Zusammenstellung der aktuellen Studie steht als kostenloser Download im Internet bereit.

(Amway/ml)