EU-Kommission
EU will Windenergie und Naturschutz versöhnen

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Die EU-Kommission will dafür sorgen, dass es in Zukunft zwischen den Befürwortern und Betreibern von Windenergieanlagen und Natur­schützern weniger oft zum Streit kommt, denn auch wenn Wind­ener­gie für Flora und Fauna im Allgemeinen keine Bedrohung dar­stellt, können fehlerhaft konzipierte oder an ungeeigneten Stand­or­ten errichtete Windparks empfindliche Arten und deren Lebens­räu­me schädigen. Die Kommission legte deshalb heute Leitlinien zum Bau von Windparks in geschützten Naturgebieten vor. Diese sollen für das Natura-2000-Netz gelten, das im Rahmen der Bio­di­ver­si­täts­politik der EU den Verlust an biologischer Vielfalt bis 2020 stoppen und umkehren soll.

„Die neuen Leitlinien verschaffen den Mitgliedstaaten und der Industrie Klarheit, wie der Ausbau von Windenergie im Einklang mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt erfolgen kann“, erläuterte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik das Ziel der Leitsätze. Er versicherte auch, es seien damit keine Änderungen der Rechtsvorschriften oder der Politik verbunden. Man gebe seitens der Kommission lediglich Leitlinien zu den bereits bestehenden Vorschriften an die Hand.

Diese Leitlinien gelten für die knapp 26.000 Natura-2000-Schutzgebiete in den 27 EU-Staaten. In diesen ist der Einsatz von Windenergie nicht grundsätzlich ausgeschlossen, denn der Windenergie kommt bei der Verwirklichung des EU-Ziels, bis 2020 einen Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch Europas von 20 % zu erreichen, eine wichtige Rolle zu. Die Projekte müssen jedoch auf Einzelfallbasis bewertet werden.

Die Leitlinien enthalten Praxisbeispiele und zeigen, wie bei Windenergieprojekten Schädigungen von empfindlichen Naturgebieten vermieden werden können. Eines der wirksamsten Mittel, um die Auswirkungen von Windparks auf Natur, Flora und Fauna von Beginn des Planungsprozesses an auf ein Minimum zu begrenzen, ist die strategische Planung von Windparkprojekten über ein breites geografisches Gebiet. Dies führt nicht nur zu einer stärkeren Integration, sondern verringert auch auf der Ebene der einzelnen Projekte das Risiko von Problemen und Verzögerungen in späteren Phasen.

Die allgemeinen Regeln für die Natura-2000-Schutzgebiete können hier nachgelesen werden. Die neu vorgestellten Leitlinien für Windenergieanlagen in Natura-2000-Schutzgebieten stehen im PDF-Format (leider nur in englischer Sprache) als kostenloser Download ebenfalls im Internet bereit.

(EU-Kommission / ml)