KfW-ifo-Mittelstandsbarometer
Stimmung klettert von Rekordhoch zu Rekordhoch

KfW-ifo-Geschäftsklima
KfW-ifo-Geschäftsklima

Nach einem Rekordwert von 28,4 Saldenpunkten im Januar kletterte der Wert des KfWifo-Mittelstandsbarometers für das Geschäftsklima kleiner und mittlerer Unternehmen im Februar auf einen neuen Rekordwert von 30,7 Salden­punk­ten. Der Anstieg resultiert aus nochmals deutlich besseren Einschätzungen der aktuellen Geschäftslagen (+5,1 Zähler bzw. 36,7 Saldenpunkte). Die Geschäftserwartungen des Mittelstands blieben hingegen auf hohem Niveau nahezu stabil (-0,4 Zähler bzw. 24,4 Saldenpunkte).

Bei den Großunternehmen lässt sich eine vergleichbare Entwicklung der Lageurteile feststellen (+3,4 Zähler bzw. 40,7 Saldenpunkte). Allerdings fällt die Korrektur der Geschäftserwartungen hier etwas ausgeprägter aus (-4,3 Zähler), weshalb das Geschäftsklima der Großunternehmen gegenüber dem Januarwert geringfügig (-0,4 Zähler) nachgab.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW sieht in den aktuellen Daten des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers eine Bestätigung für einen „sehr guten konjunkturellen Ausblick für das laufende Jahr“. Dies spiegle sich auch in den gut gefüllten Auftragsbüchern, der hohen Investitionsbereitschaft der Unternehmen, einer erfreulichen Entwicklung auf dem inländischen Arbeitsmarkt sowie einer optimistischen Verbraucherstimmung wider. Gleichwohl bestünden weiterhin Risiken, etwa in den Entwicklungen im arabischen Raum oder einem möglichen Wiederaufflammen der Eurokrise. Ein besonderes Risiko liege in der Inflationsentwicklung: „Sie könnte die erhoffte stärkere Belebung des privaten Konsums trotz günstiger Arbeitsmarktentwicklung vereiteln und die EZB über die bereits angekündigte Zinswende hinaus zu weiteren raschen Zinsanhebungen veranlassen.“

In den vier Hauptwirtschaftsbereichen zeigt sich wie in den Vormonaten ein gemischtes Bild. Bei den Mittelständlern stieg das Geschäftsklima im Februar in allen Branchen an: Am kräftigsten war der Klimazuwachs im Großhandel (+4,9 Zähler), gefolgt vom Einzelhandel (+3,0 Zähler), dem Bauhauptgewerbe (+2,7 Zähler) und dem Verarbeitenden Gewerbe (+1,5 Zähler). Demgegenüber berichten die Großunternehmen des Einzelhandels (-3,0 Zähler) sowie des Verarbeitenden Gewerbes (-0,9 Zähler) von geringfügigen Klimaverschlechterungen.

Bei den Beschäftigungserwartungen hält die Rekordserie ebenfalls an. So wurde bei den Mittelständlern mit 23,5 Saldenpunkten im Februar der dritte, bei den Großunternehmen mit 26,1 Saldenpunkten sogar der sechste neue Höhepunkt in Folge erzielt.

Neben den guten Beschäftigungserwartungen spiegelt auch die Entwicklung der Absatzpreiserwartungen die sehr lebhafte Konjunktur wider. Nach bereits kräftigen Anstiegen im Januar waren im Berichtsmonat mit +4,0 Zählern bei den Mittelständlern und +6,7 Zählern bei Großunternehmen abermals beachtliche Zuwächse zu verzeichnen. Mit 19,7 Saldenpunkten wurde dadurch bei den Großunternehmen sogar ein neuer Höchstwert erzielt. Neben der guten konjunkturellen Lage dürfte laut KfW- und ifo-Experten hierbei der jüngste starke Anstieg der Energiepreise eine Hauptrolle gespielt haben.

(KfW / ml)