Softwarerisiko
Microsoft stellt die Unterstützung für Office XP ein

Zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen benützen noch immer die vor zehn Jahren in den Markt eingeführte Büro-Software Office XP von Microsoft. Sie müssen sich nun ernsthaft einen Umstieg auf die Nachfolgeversion Office 2010 überlegen, denn heute verkündete das US-Softwareunternehmen, dass es im Juli dieses Jahres den Support für diese Software-Version endgültig einstellen wird.

Wer glaubt, damit würde nur der normale Kundendienst enden – den er vielleicht ohnehin noch nie benötigte –, der irrt. Weitaus bedeutungsvoller ist das Ende der Softwarepflege durch Sicherheitsupdates. Anders ausgedrückt: Wer nach dem Juli 2011 noch mit Office XP arbeitet oder im Betrieb arbeiten lässt, riskiert, dass künftig von Cyberkriminellen neu entwickelte Trojaner, Viren und andere Schadprogramme vorhandene Sicherheitslücken der Microsoft-Software ausnützen und die Firmen-Computer infizieren. Mehr noch: Da die mit der Bürosoftware erstellten digitalen Dokumente nicht selten im Originalformat mit Kunden ausgetauscht werden, können auf diesem Weg sogar die Computer von Kunden infiziert werden.

Unternehmen und Selbstständige unterliegen aber der Sorgfaltspflicht. So haften z.B. Geschäftsführer laut Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) sogar persönlich für Schäden durch veraltete Software. Ein solches trotz Kenntnis unbehobenes Sicherheitsrisiko kann sich zudem auf die Kreditwürdigkeit (Rating) negativ auswirken.

Ein Umstieg auf neuere, unterstützte Office-Software ist deshalb sowohl aus rechtlichen als auch aus wirtschaftlichen Gründen auch sehr kleinen Unternehmen und Selbständigen dringend anzuraten.

Wer sich die aktuelle Bürosoftware Office 2010 von Microsoft aber gerade nicht leisten kann oder will, sollte zumindest nach unterstützten preiswerteren Alternativen anderer Softwareanbieter suchen. In diesem Fall ganz wichtig: Bei der Entscheidung unbedingt den meist hohen Zeitaufwand für das Umgewöhnen und mögliche Probleme bei der Kompatibilität der bereits vorhandenen Dokumente berücksichtigen. In Unternehmen rentiert sich ein solcher Umstieg auf Produkte anderer Anbieter in aller Regel nicht.

Informationen von Microsoft zum Support-Ende für Office XP und Hilfen für den Umstieg auf Office 2010 finden Anwender hier im Internet. (ml)