BVL Logistik-Indikator
Deutsche Logistik in kräftiger Verfassung

Um die deutsche Logistik steht es sehr gut. Dieses Fazit ziehen die Experten des Ins­tituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel aus ihrer für die Bundesvereinigung Logistik (BVL) im Mai durchgeführten Erhebung. Der daraus errechnete Logistik-Indikator für das Logistik-Klima stieg nach einer kleinen Delle im letzten Quartal in diesem um kräftige 8,5 Index­punkte auf nunmehr 156,3 Zähler, und damit auf den zweithöchsten Stand seit Beginn der Erhebungen im vierten Quartal 2006. Prof. Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der BVL: „Die Logistik in Deutschland hat derzeit allen Grund zur Freude über eine hervor­ragende Performance.“

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© Heise Events

Wesentlichen Anteil am guten Klimawert hat die deutlich verbesserte Lageeinschätzung (Anstieg um 12 auf 157,7 Punkte). Hinzu kommt ein Anstieg der Konjunkturerwartungen für die kommenden zwölf Monate um 5 Punkte auf 154,9 Zähler. Die Verbesserung der Lageeinschätzung betrifft sowohl die Anbieterseite (Logistikdienstleister) als auch die Anwenderseite in Industrie und Handel.

IfW-Konjunkturforscher Dr. Stefan Kooths, der die Berechnung des Indikators betreut, erläutert: „Zur deutlich verbesserten Lageeinschätzung auf der Anbieterseite (Zuwachs um 10,2 auf 153,8 Indexpunkte) tragen vor allem eine verbesserte Geschäftsentwicklung sowie ein kräftig anziehender Auftragseingang aus dem Inland bei“. Per saldo beurteilten zwei Drittel aller befragten Logistikdienstleister zum Zeitpunkt der Umfrage ihre Auftragslage als gut. Die etwas optimistischeren Erwartungen (Anstieg um 3,8 auf 159,6 Zähler) sind vor allem das Ergebnis angehobener Beschäftigungsabsichten.

Anders als die Logistikdienstleister schätzen die Logistikanwender die Lage schon seit einem Jahr etwas günstiger ein als die Entwicklung in den jeweils nächsten Monaten. Im laufenden Quartal erreicht die Lagebeurteilung mit 161,5 Zählern (Anstieg um 13,8 Punkte) den höchsten bislang gemessenen Wert. „Mit Ausnahme der für die nächsten 12 Monate nunmehr etwas weniger expansiv erwarteten grenzüberschreitenden Logistikbedarfe haben sich alle übrigen Erwartungskomponenten verbessert“, so Kooths.

Nicht ohne Folgen blieb die Japan-Krise. So veranlassten die Ereignisse in Japan ein knappes Drittel der Befragten, ihre Notfallpläne zu erweitern. Allerdings betrachten im Gegenzug knapp zwei Drittel der Logistikdienstleister und –anwender ihre bisherigen Maßnahmen als ausreichend.

(IfW / ml)