DIW-Studie
Wie man energetische Sanierungen schmackhaft macht

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Wenn das Ziel der Bundesregierung, jährlich 2 % der Gebäude um­fassend energetisch zu sanieren, erreicht werden soll, müssen entsprechende Nachrüstungen den Gebäudebesitzern noch deutlich schmackhafter gemacht werden, denn bisher wurden lediglich 0,8 % der Gebäude energetisch auf Vordermann gebracht. Das zeigt eine neue Studie der Climate Policy Initiative (CPI) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Die Autoren Karsten Neuhoff, Hermann Amecke, Aleksandra Novikova und Kateryna Stelmakh fordern deshalb mehr Werbung für derartige Sanierungen, aber auch mehr Unterstützung für die Gebäude­eigentümer sowie mehr Aus- und Weiterbildung für das Sanierungshandwerk.

Die Studienautoren befragten 2000 Gebäudeeigentümer und analysierten sowohl Informationsinstrumente als auch finanzielle Förderprogramme im Umfeld der energetischen Sanierung. Darüber hinaus widmeten sie sich dem speziellen Informationsbedürfnis der Gebäudeeigentümer. Dieses ist nicht in allen Phasen gleich, warnt CPI Berlin Direktor Karsten Neuhoff: „Während Gebäudeeigentümer sich für eine energetische Sanierung entscheiden und diese umsetzen, verändern sich Ihre Fragen und Bedürfnisse.“

Die Studie zeigt mehrere Möglichkeiten auf, Gebäudebesitzern für eine energetische Sanierung zu gewinnen:

  • Aufmerksamkeit auf energetische Sanierung lenken: Hauseigentümer, die keine energetische Sanierung planen, suchen auch keine entsprechenden Informationen. Sie müssen aktiv angesprochen werden.
  • Unterstützung und Beratung für umfassende Sanierung: Die Erfahrung aus Italien zeigt, dass 98 % der Haushalte Einzelmaßnahmen umsetzen, wenn diese mit gleicher relativer Förderhöhe wie umfangreiche Sanierungen bezuschusst werden.
  • Qualität der Umsetzung – Herausforderung für umfassende Sanierung:  61 % der Haushalte sehen Handwerker als wichtige Informationsquelle bei der Ausführung von Sanierungsmaßnamen. Das Energiekonzept betont deswegen die Bedeutung einer verbesserten Aus- und Weiterbildung.

Eine genauere Darstellung der Studienergebnisse findet sich in der Ausgabe 34/2011 der Institutspublikation DIW Wochenbericht. Die Ausgabe steht per Download kostenfrei im Internet bereit.

(DIW / ml)