Erneuerbare Energien
Stromlücken bei Erneuerbaren unter der Lupe

Download der Studie (in Englisch)
Download der Zwischen­ergebnisse (in Englisch)

Die Achillesverse der erneuerbaren Energien ist die zeitlich schwan­kende Verfügbarkeit. Sowohl Sonnen- wie Windenergie hängen vom Wetter ab. Konstant verfügbare Erneuerbare, wie Geothermie und Biomasse allein können in Flautezeiten die Nachfrage nicht decken. Auswege bieten neue Energiespeicher, ein geografisch ausgewei­tetes Stromnetz und eine umfassende Steuerung der Netze und Stromverbraucher. Mit diesen Faktoren beschäftigt sich eine aktu­elle Studie der Europäischen Akademie in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die im Februar 2012 erscheinen soll. Das umfangreiche, drei­jährige Forschungsprojekt ist derzeit zwar noch in Arbeit, eine erste Zwi­schenbilanz wurde aber jetzt schon der Öffentlichkeit vorgestellt, um eine Diskussion über die vorläufigen Ergebnisse anzuregen.

Das aus den Bereichen Energietechnik, Technikfolgenbeurteilung, Politikwissenschaft, Ökonomie und Rechtswissenschaft interdisziplinär zusammengesetzte Wissenschafts­team gibt in der Studie Empfehlungen für die Entwicklung und Umsetzung möglicher klimafreundlicher Strategien zum Ausgleich von Nachfrage und Angebot im Elektrizitätssystem.

Die Experten gehen unter anderem davon aus, dass sich bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energien im Elektrizitätssystem eine Mischung von Ausgleichstechniken durchsetzen wird. Es bestehe aber noch erheblicher Entwicklungsbedarf bei Energiespeichern, beim Nachfragemanagement und bei elektrischen Transport- bzw. Verteilnetzen besteht. Zur Förderung von Innovationen in den Bereichen sollte nach Meinung der Wissenschaftler unter anderem ein Konzept zum Abbau von Hemmnissen entwickelt werden, die durch die bereits bestehenden finanziellen Unterstützungen anderer Energietechnologien entstehen.

Um politische Maßnahmen stärker zu fundieren, sollten außerdem Systemstudien und wissenschaftliche Politikberatung weiter ausgebaut werden. Im rechtlichen Bereich bestehe zudem Handlungsbedarf bei der Zuordnung von Speicheranwendungen zu Erzeuger- bzw. Netzebenen, bei Planungsverfahren, beim Umgang mit großen Mengen sensibler Daten und bei der Regelung vielfach neu entstehender Geschäftsverhältnisse.

Die Studie richtet sich an Wissenschaftler, Politiker, Akteure in der Energiewirtschaft sowie an interessierte Bürger generell. Die (englischsprachige) vorläufige Version der Studie Balancing Renewable Electricity. Energy Storage, Demand Side Management and Network Extension from an Interdiciplinary Perspective steht per Download kostenfrei im Internet zur Verfügung. (Quelle: Europäische Akademie/ml)