Internationale Studie
Deutschlands Innovationskraft ist gestiegen

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Deutschlands Innovationskraft hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Studie Innovationsindikator 2011 . Deutschland verbesserte sich demnach von Rang 9 unter 17 teilnehmenden Industriestaaten im Jahr 2009 auf aktuell Rang 4 unter 26 Teilnehmern. Zu verdanken sei dieser Aufstieg den hohen Investitionen der öffentlichen Hand in Forschung und Wissenschaft, glauben die Studienautoren. Sie benennen aber auch Schwachstellen des deutschen Innovationssystems, darunter an erster Stelle das Bildungssystem.

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Der aktuelle Innovationsindikator ist bereits die sechste Studie ihrer Art und wird von der Deutschen Telekom Stiftung und vom Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) gemeinsam herausgegeben.

Dieter Schweer, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung sieht den Aufstieg Deutschlands vor allem als Erfolg der Unternehmen:

„Selbst während der Finanz- und Wirtschaftskrise haben viele Unternehmen stark in Forschung und Entwicklung investiert. Diese Strategie der deutschen Wirtschaft hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland die Krise so schnell gemeistert hat.“

Zu den großen Schwachstellen des deutschen Innovationssystems zählt laut Studie aber nach wie vor der Bildungsbereich. Im Teilranking Bildung ist die Bundesrepublik auf Platz 17 (2009: Rang 12) abgerutscht. Dr. Klaus Kinkel, Vorsitzender der Deutsche Telekom Stiftung fordert daher: „Für eine bedeutende Industrie- und Technologienation wie Deutschland ist das schlechte Abschneiden im Bildungsbereich nicht hinnehmbar. Bildung muss nicht nur in politischen Reden, sondern auch im täglichen Handeln zum Megathema werden.“ Ohne gute Bildung könne es keine gute Forschung, keine Innovationen und damit auch kein dauerhaftes Wachstum geben.

Angeführt wird das Länderranking in diesem Jahr von der Schweiz, gefolgt von Singapur und Schweden. Die USA fielen erheblich zurück und landen daher auf Platz 9 (2009: Rang 1). Der asiatische Raum holt in Bezug auf Innovationsstärke auf. Die Ergebnisse 2011 unterstreichen die Entwicklung der Region zu einer der weltweit bedeutendsten Wirtschaftsregionen. Asien ist damit ein attraktives Feld für Forschung, Entwicklung und Investitionen.

Was ihre Innovationsstärke betrifft, haben die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika derzeit noch erheblichen Aufholbedarf. Die Studie zeigt jedoch, dass sie sich immer stärker auf dem Vormarsch befinden und sich zu Kraftzentren entwickeln. In dieser Gruppe spielt China eine Sonderrolle. Nicht allein wegen seiner Größe und seiner Dynamik, sondern auch wegen der hohen Innovationsbereitschaft seiner Bevölkerung. Hier rechnen die Experten mit hohen Innovationszuwächsen.

In konkreten Handlungsempfehlungen raten die Studienautoren, in Deutschland Forschung und Entwicklung der Unternehmen steuerlich zu fördern, wissenschaftlichem Nachwuchs Perspektiven zu bieten und das geistige Eigentum verlässlich zu schützen. Ebenso brauche Deutschland mehr akademische und beruflich qualifizierte Fachkräfte. Dies sicherzustellen sei eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen.

Der Innovationsindikator wurde in diesem Jahr erstmals von einem Institutskonsortium erarbeitet. Dazu gehören das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI), das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und das Maastricht Economic and Social Research Institute on Innovation and Technology der Universität Maastricht (MERIT). Die Ökonomen haben die Innovationsfähigkeit der 26 Volkswirtschaften in allen dafür wichtigen Feldern analysiert.

Die Studie steht per Download kostenfrei im Internet zur Verfügung. (Quellen: BMBF/Fraunhofer ISI/ml)