CeBIT 2012
Sicherheit und Vertrauen waren wichtigstes Thema

Digitale Angriffe auf Kreditkarteninstitute und jüngste Datendiebstähle tragen dazu bei – das Misstrauen der Anwender wächst. Wie wichtig das Thema Sicherheit für die Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation ist, zeigte die CeBIT in Hannover. Managing Trust war das Motto in diesem Jahr, Datensicherheit und Vertrauen in die digitale Welt standen im Vordergrund.

Am 10. März 2012 ging eine ereignisreiche CeBIT zu Ende, die heuer unter einem Motto stand, das laut BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf den Nerv der Zeit traf. Das Motto hieß Managing Trust und zog sich wie ein roter Faden durch alle Ausstellungsbereiche. Auch auf den CeBIT Global Conferences und den mehr als 1500 Seminaren und Workshops war das Thema, bei dem sich alles um Sicherheit und Vertrauen in der IT-Welt dreht, allgegenwärtig. Kempf betonte, dass es die Diskussion braucht, die geführt wurde.

Gerade bei Innovationen wie Cloud Computing ist Vertrauen oft der begrenzende Faktor. Häufig zu Recht, da Fehler und Versäumnisse zu fatalen Auswirkungen bis zum Datenverlust führen können.

Unabhängig vom Leitthema war auch in diesem Jahr eine feste Adresse in puncto IT-Sicherheit die CeBIT Security Plaza, wo auch das Mittelstandswiki wieder aktiv war. Die meisten Vorträge werden als Diashow im MittelstandsWiki einsehbar sein.

Neben dem Leitthema spiegelte die Messe die vielen anderen aktuellen Trends der IT-Welt wieder. Zu den Top-Themen gehörten unter anderem Big Data, Social Business, Cloud Computing und vor allem Mobility. Laut einer Studie der Info AG sind 90 % der Mittelständler auf mobilen Datenzugriff angewiesen. Zur Popularität tragen ohne Zweifel auch die immer schnelleren mobilen Endgeräte bei. So wurden dem Veranstalter zufolge auf der diesjährigen CeBIT die ersten LTE-Smartphones von HTC und Samsung vorgestellt, die nach Angaben der Deutschen Messe AG bis zu zehnmal schneller Daten aus dem Internet laden können als die bisher erhältlichen 3G-Handys.

Neben Hardwareinnovationen bot die Messe aber auch eine Plattform für Verbände, Institute und junge Unternehmen, die ihre Ideen einer breiten Öffentlichkeit darboten. Interessante Adressen waren der Innovators’ Pitch 2012 sowie die Stände des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), des Software-Clusters, des FZI Forschungszentrums Informatik und des Karlsruher Instituts für Technologie und der Fraunhofer-Gesellschaft mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie dem Porträts zeichnenden Roboter.

Als diesjähriges Partnerland war die Hightech-Nation Brasilien mit 130 Unternehmen und Organisationen zu Gast. Präsidentin Dilma Rousseff eröffnete mit Angela Merkel die Messe mit einer Eröffnungsfeier, die nach Angaben der Deutschen Messe mehr als 2500 Gästen live und 16.000 Zuschauer im Internet verfolgten. Ein Höhepunkt war die Live-Schaltung ins Weltall.

Einen Dämpfer erhielt die CeBIT, als es am Donnerstag dem 8. März zu einem Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr kam. Die Folgen konnten jedoch durch zusätzliche Busse und dem besondere Engagement von Hannoveraner Bürger etwas abgemildert werden. Diese sprangen mit ihren Privatwägen als Shuttle ein.

Trotz des Streiks bewertet CeBIT-Chef Frank Pörschmann die CeBIT 2012 als erfolgreich. Die Deutsche Messe geht von 312.000 Messebesuchern aus über 110 Ländern und über sieben Millionen Geschäftsgesprächen aus. Auch Bitkom-Präsident Kempf berichtet von einem positiven Feedback vieler Aussteller. Er prognostiziert der Branche einUmsatzwachstum von ca. 1,6 %. Gute Aussichten für die CeBIT 2013. Die findet übrigens vom 5. bis 9. März 2013 in Hannover statt. (Sabine Philipp/TJ)