Open Source
Freie Test­daten trainieren freie Soft­ware für auto­nome Autos

© Udacity

Sebastian Thrun ist einer der welt­weit führenden Experten für die Kon­struktion auto­nomer Autos. Jetzt hat sein Udacity-Projekt 223 GByte Daten von einer 70-minütigen Fahrt durch Mountain View, Kalifornien, frei zur Ver­fügung ge­stellt. Mit diesem Material sollen künst­liche Fahr­intelligenzen trainieren.

Anzeige

Bereits 2005 hatte Thrungs Team an der Stanford University mit einem VW Touareg die mit 2 Mio. US$ dotierte Grand Challenge der amerikanischen Militärforschungsbehörde, der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), gewonnen. Dabei mussten die autonomen Fahrzeuge eine Strecke von rund 213 km durch die Mojave-Wüste zurücklegen. Später baute Thrun für Google die Forschungsabteilung Google X auf, wo unter seiner Leitung die Street-View-Wagen und Google Glass entwickelt wurden.

2011 bot er seine Vorlesung „Einführung in die künstliche Intelligenz“ als Massive Open Online Course an. 160.000 Studenten meldeten sich an, von denen 23.000 einen Online-Abschluss machten. Daraufhin gründete er die Online-Akademie Udacity, die eine Ausbildung zum Ingenieur für künstliche Intelligenz anbietet. Bei Udacity ist mittlerweile auch ein Projekt zur Entwicklung von autonomen Fahrzeugen angesiedelt. Dabei kümmert sich die Firma allerdings ausschließlich um die Software, die unter einer Open-Source-Lizenz freigegeben werden soll. Thrun hofft, dass dies den Auslöser gibt für eine Entwicklung, wie sie Android auf dem Smartphone-Markt bewirkt hat, nämlich eine beschleunigte Verbreitung der Technologie.

Gleichzeitig sollen die von den ersten Testfahrzeugen gesammelten Daten freigegeben und in einer Datenbank gesammelt werden. Wie Thrun in einem Interview mit Technology Review ausführt, müssten autonome Autos in der Lage sein, selbstständig zu lernen, um in der Praxis die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn die Programmierer können nicht jede denkbare Situation vorhersehen und in die Software entsprechende Verhaltensregeln einbauen. Die Wagen müssen also trainiert werden. Um dieses Training zu beschleunigen, hat Udacity begonnen, die Fahrdaten eines autonom fahrenden Lincoln MKZ zur freien Verwendung zu veröffentlichen. (Quelle: Technology Review/rf)