IT-Unternehmen stellen sich vor
IT-Spezialisten kom­men aus dem deutschen Süd­westen

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Zur c’t 26/2018 gab es eine weitere Heise-Re­gio­nal­beilage, dies­mal für den Postl­eit­zahlen­bereich 6 und 7, also vor allem für Baden-Würt­tem­berg, Hessen und das Saar­land. Deutsch­lands kleinstes Flä­chen­land liefert im We­sent­li­chen auch den Stoff, aus dem das Titel­thema ge­macht ist: Spitzen­informatiker.

Denn kaum irgendwo sonst in Deutschland ist die Dichte an Forschungsinstituten so hoch wie im Saarland, die Palette reicht vom Leibniz-Zentrum für Informatik Schloss Dagstuhl über diverse Max-Planck- und Leibniz-Institute bis zum Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern, hinzu kommt der Saarland Informatics Campus in Saarbrücken selbst. Mehmet Toprak berichtet außerdem aus Heidelberg, Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg im Breisgau, Wiesbaden und Darmstadt, und er zeigt jeweils auf, wo die Schwerpunkte der Kooperationen mit Industrie und Wirtschaft liegen – insgesamt eine gute Übersicht für angehende Informatikstudenten und Recruiter gleichermaßen.

Ein Großprojekt in Stuttgart hat sich Friedrich List genauer angesehen: die Arena2036. Das von Daimler angestoßene und mit diversen Partnern aus Industrie und Forschung gestartete Mobility-Projekt ist so etwas wie Think Tank, Industrie-4.0-Modellfabrik und Start-up-Inkubator in einem, das so gut wie alle Themen rund um den Antriebsstrang aufgreift: (I)IoT-Netze, Leichtbau, digitale und virtuelle Prototypen, kollaborative Robotik und Automatisierung etc. Die Zahl 2036 im Namen verweist auf das 150-jährige Jubiläum der Automobilindustrie – wobei Thomas Jannot im Vorwort mit spitzer Feder drauf hinweist, dass Baden-Württemberg zu diesem Zeitpunkt, „wenn alles klappt, schon mit landesweitem Gigabit-Internet“ unterwegs sein könnte.

Tatsächlich zeigt der Beitrag von Dirk Bongardt: „Im ländlichen Raum – und davon gibt es im Südwesten Deutschlands sehr viel – ist noch viel zu tun.“ Für Baden-Württemberg schätzt ein TÜV-Gutachten, dass Gigabit-Anschlüsse frühestens 2033 realistisch sind, Hessen hat in seiner Strategie auf ehrgeizige Frühziele verzichtet und direkt 2030 anvisiert. Schneller könnte es im Saarland gehen, das gleich komplett als Projektgebiet ausgeschrieben wurde. In fast allen Fällen ist die Technologie der Wahl Vectoring. Nach den Resultaten werden sich dann auch die 5G-Ausbaupläne richten müssen, denn „ohne dichtes Glasfasernetz kein dichtes 5G-Netz.“

Und auch die ehrgeizigen Smart-City-Projekte – dies ein weiterer Schwerpunkt der Beilage – werden sich an den vorhandenen Maschinennetzen orientieren müssen. Allerdings gibt der deutsche Südwesten in diesem Bereich einige interessante Beispiele, namentlich Darmstadt, das 2017 den vom Digitalverband Bitkom ausgelobten Wettbewerb Digitale Stadt gewann, sowie das Forschungs­projekt Modellstadt Mannheim; dieses Konzept strebt ein Smart Grid an, das zugleich als Powerline-Kommunikationsnetz funktioniert.

Ermutigend sind nicht zuletzt die Start-up- und Gründerbeispiele, die der Schwerpunktbeitrag zu Technologiezentren, Kreativquartieren und Digital-Campussen versammelt. Das geht vom HUB31 in Darmstadt über das Leerstands- und Zwischennutzungsmanagement in Stuttgart und IT-Labs wie den KION Digital Campus in Frankfurt bis zum Kreativquartier in Bad Orb; dort ist außerdem die „Gründerin aus Leidenschaft“ Manuela Engel-Dahan mit LockYourWorld ansässig, die mit ihren Mut-Mach-Salons vor allem Frauen für den Beruf der Unternehmerin begeistern will.

Abgerundet wird die Regionalbeilage durch einen Messeausblick 2019/20, in dem natürlich Größen wie die LogiMAT in Stuttgart und die IAA in Frankfurt eine Rolle spielen. Mit dabei sind aber auch die zunehmend wichtige light+building oder die formnext, die im Zuge von 3D-Druck an Bedeutung gewinnt, ebenso die Zulieferermessen rund um die Automobilbranche. Die komplette Regiobeilage gibt es als Komplett-PDF zum Herunterladen kostenfrei im Pressezentrum des MittelstandsWiki.