IT-Automation

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Aus dem Trott auf die Zielgerade

© Konstantin Sutyagin – Fotolia

Von Matthias Pfützner, Red Hat

Lange Jahre war die Unternehmens-IT auf ihre Rolle als interner Dienstleister fixiert. In der Vergangenheit waren Stabilität, Langlebigkeit und Kostenreduktion die Schlüsselwörter auf der IT-Agenda. Heute haben Agilität, Flexibilität und Geschwindigkeit Priorität. Im Ergebnis wird die IT zur Kernkompetenz für Unternehmen und zur treibenden Kraft in einer immer stärker digitalisierten Welt. Noch wird sie aber im Alltag der meisten mittelständischen ebenso wie großen Unternehmen durch zu viele manuelle Tätigkeiten bei der Einrichtung, Konfiguration und Anpassung von Rechnern und Applikationen ausgebremst.

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Dagegen hilft eine Doppelstrategie aus Standardisierung und Automatisierung. Sie befreit die Fachleute von Routinetätigkeiten, und die IT kann als Folge davon die führende Rolle bei Innovationen einnehmen, die ihr zukommt. Standardisierung bedeutet hier vor allem, dass Prozesse transparent sind und immer zum gleichen Ergebnis führen, das heißt, sie sind idempotent. Eine standardisierte IT-Automation legt darüber hinaus ein leistungsstarkes Fundament für die digitale Transformation. Innovationen sind hier ein zentraler Aspekt, denn das Neugeschäft und die Digitalisierung erfordern, dass die IT stärker bei Geschäftsentscheidungen mitwirkt.

Innovation ohne Handbremse

Wenn Unternehmen nicht in der Lage sind, alle Software-Managementaufgaben zu automatisieren – angefangen von der Installation (heute Provisionierung genannt) über das Patchen, Upgraden und Updaten (was man heute als Software Lifecycle Management zusammenfasst) bis hin zur Ausmusterung (heute als Decommissioning oder Retirement bezeichnet) –, bleiben immer Schritte im Prozessfluss, die eine manuelle Ausführung oder Intervention erfordern. Das Ergebnis: Die Komplexität steigt und die Prozesse werden langsamer. Das ist schon insofern fatal, als wir mittlerweile unsere Serviceerwartungen aus dem Privaten ins Berufliche übertragen haben. Unsere Alltagserfahrung sagt uns beispielsweise, dass wir uns, wenn drei Stunden nach der Bestellung bei Amazon keine Bestätigungsmail eingegangen ist, einen anderen Onlineshop suchen sollten. Da das menschliche Gehirn bei der privaten und der Unternehmens-IT auf dieselbe Art funktioniert, erwarten wir eine sofortige Reaktion, und das erfordert eine vollständige Automation im Prozessfluss.

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Matthias Pfützner ist Senior Solution Architect Account & Cloud DA(CH) bei Red Hat. Das Unternehmen ist mit Red Hat Enterprise Linux der führende Anbieter von Open-Source-IT-Lösungen für Unternehmen. Red-Hat-Kunden erhalten nicht nur die aktuellste und sicherste Software, sondern auch Zugang zu einer Experten-Community, die Software nach dem Open Source-Prinzip entwickelt.


Red Hat GmbH, Technopark II, Haus C, Werner-von-Siemens-Ring 14, 85630 Grasbrunn, Tel.: 089-205071-222, info@redhat.de, https://www.redhat.com/de

In nahezu allen Branchen stehen Unternehmen heute vor der Herausforderung, dass sie Produkt- und Serviceinnovationen aus all ihren Geschäftsbereichen schneller bereitstellen müssen. Sie spüren einen wachsenden Druck von etablierten Mitbewerbern und von neuen, disruptiven Start-ups – und nicht zuletzt von immer anspruchsvolleren Kunden. Um für die neuesten Technologien aufnahmefähig zu sein, die die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, müssen IT-Architekturen angepasst und gleichzeitig Altsysteme weiterhin unterstützt werden. Die Ergebnisse sind häufig komplexe, isoliert voneinander arbeitende Systeme, die sich über Private Clouds, Public Clouds und das unternehmenseigene Rechenzentrum erstrecken. Diese Komplexität moderner IT-Umgebungen kann zu einer enormen Herausforderung werden. Ohne wirksame Automatisierung ist es oft unmöglich, innovationsfördernde Umgebungen, in denen neue und etablierte Systeme gleichzeitig eingesetzt werden, zu verwalten und zu betreiben. Mit anderen Worten: Ohne Automation ist es heute nahezu unmöglich, sehr umfangreiche Projekte zu managen.

Open-Source-Flexibilität

Bis dato wird Automatisierung in den Unternehmen aber eher punktuell eingesetzt. Getrennt arbeitende Teams nutzen proprietäre Tools für jede Installations- und Konfigurationsaufgabe und verwenden sie nur in eng begrenzten Anwendungsbereichen. Potenzial und Mehrwert der Automatisierung sind dadurch dramatisch eingeschränkt.

Es gibt auf dem Markt genügend Open-Source-basierte IT-Automatisierungslösungen, die genau die benötigten Tools zur deutlichen Vereinfachung von Routinetätigkeiten bieten. Im Vergleich zu Closed-Source-Lösungen, die an einen einzigen Hersteller bindet, kann quelloffene Software sogar helfen, neue Funktionen und Lösungen schneller bereitzustellen – unterstützt durch eine große Community, die immer mehr Legacy-Technologien unterstützt, indem sie die in vielen Unternehmen vorhandenen Anforderungen aufgreift.

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Schwarz auf Weiß
Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Magazin­reihe „Rechen­zentren und Infra­struktur“. Einen Über­blick mit freien Down­load-Links zu sämt­lichen Einzel­heften bekommen Sie online im Presse­zentrum des MittelstandsWiki.

Tatsächlich geht es für Unternehmen mit Blick auf Innovationsfähigkeit und flexible Geschäftsprozesse genau darum: sich von starren Strukturen zu lösen, die Komplexität der IT-Infrastrukturen und Applikationen zu reduzieren und ihre IT-Umgebungen vom eigenen Rechenzentrum bis in die Cloud zu optimieren. IT-Automation ist der Schlüssel dazu. Sie schafft Freiräume für die digitale Transformation. Unternehmen sind damit in der Lage, mit Microservice-Architekturen und Container-Technologien neue agile IT-Modelle und -Prozesse zu etablieren. Ohne IT-Automation werden viele Organisationen Gefahr laufen, den Anschluss an die digitale Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

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