Mobiles Microlearning

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Unterwegs üben und wiederholen

georgejmclittle

Von Sabine Philipp

Beim Microlearning geht es darum, Lerninhalte in kleine Einheiten zu unterteilen und sie dem Nutzer gezielt zur Verfügung zu stellen. Das hat sich u.a. bei Electronic-Performance-Support-Systemen (EPSS) bewährt, die den Anwender direkt bei seiner Arbeit mit dem Programm unterstützen. Und beim mobilen Lernen. Wichtig ist in beiden Fällen, dass die Einheiten extrem kurz sind und dass sie einen nachhaltigen Lerneffekt haben.

Passives Lernen gibt es nicht

Wenn von Microlearning im Zusammenhang mit mobilem Lernen die Rede ist, dann sind damit meist kurze Lerneinheiten gemeint, die der Nutzer auf seinem Smartphone bequem in einer kurzen Pause zwischen zwei Geschäftsterminen durchgehen kann. Auch hier ist die aktive Teilnahme der Lernenden gefragt. Die Wiener KnowledgeFox GmbH, ein Spin-off aus der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft (RSA FG) mbH, setzt außerdem auf personalisierte Wiederholung. Der Technische Leiter Gregor Cholewa erklärt:

„Es reicht nicht aus, dass Sie sich wiederholt ein Video anschauen oder eine PowerPoint-Präsentation durchklicken. Das Entscheidende ist, dass Sie eine aktive Gedächtnisleistung erbringen, z.B. um eine Frage zu beantworten. Wenn das Gehirn dieselbe Frage mehrmals beantworten muss, dann wird es irgendwann versuchen, den Vorgang zu optimieren, um Energie zu sparen. D.h., es wird die Lösung an einer bestimmten Stelle ablegen, wo es sie schneller findet.“

Fehler zur Wiedervorlage vormerken

Um diesen Effekt zu erreichen, setzt das Unternehmen auf interaktive Lernkarten, die in der Regel aus einer Frage und unterschiedlichen Antwortoptionen bestehen, etwa einer Multiple-Choice-Auswahl oder einem leeren Feld bestehen, in das der Nutzer z.B. Vokabeln eingeben kann. Bilder, Audiodateien oder Texte liefern die entsprechenden Erklärungen und Hintergrundinformationen, um das inhaltliche Verständnis aufzubauen.

Auch hier gilt das Motto: In der Kürze liegt die Würze. „Der Nutzer sollte maximal 20 Sekunden benötigen, um eine Lernkarte auszufüllen, Bilder sollten nicht größer als 2 MByte sein, und Audiodateien nicht länger als zwei Minuten dauern“, sagt Cholewa dazu. Da das gerne übersehen wird, rät er zu Systemen, die automatisch prüfen, dass diese Längen eingehalten werden, zu Systemen, die sich merken, welche Fragen die Nutzer nicht beantworten können, und die dann den optimalen Zeitpunkt der nächsten Übungswiederholung errechnen. Da außerdem nicht alle überall Internet-Anschluss haben, sollten die Lösungen auch offline verfügbar sein.

Serie: Microlearning
Teil 1 erklärt, was gemeint ist: kurze, kompakte Lerneinheiten, die genau dann zu Hand sind, wenn man sie braucht. Teil 2 setzt das Konzept auf Mobilgeräte um und gibt praktische Tipps zur Umsetzung.

Die Kunden von KnowledgeFox nutzen KnowledgePulse unter anderem, um Vertriebsmitarbeitern Produktwissen zu vermitteln, Servicemitarbeitern die neuesten Möglichkeiten eines technischen Geräts nahezubringen oder ganz klassisch als Vokabeltrainer.

Fazit: Die Kunst komprimierter Didaktik

Für den Medienexperten Cholewa besteht die Herausforderung nicht in der technischen Realisierung. „Mit guten Systemen ist das Erstellen von Inhalten so einfach wie das Posten auf Facebook oder Twitter. Die eigentliche Herausforderung ist es, didaktisch sinnvolle Fragen zu formulieren.“ Seine Tipps: Die Fragen sollten schwierig genug sein, sodass sie nur jemand beantworten kann, der sich mit dem Thema beschäftigt hat. Gut ist es auch, mit Humor zu arbeiten. „Wenn Sie eine Antwortoption formulieren, die den Nutzer zum Schmunzeln bringt, dann haben Sie schon halb gewonnen.“ Ein Beispiel:

Wer hat den Tuberkulose-Erreger entdeckt?
☐ Robert Koch
☐ Roland Koch

Tipp: Der ehemalige hessische Ministerpräsident war es nicht.

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