Learntec 2020
Mobiles Micro­learning schult Mit­arbeiter effizienter

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Erst kurz vor der Prüfung büffeln kann böse ins Auge gehen. Das wissen Schüler, Studenten, Aus­zu­bildende und Lehrer nur allzu gut. Besser wären viele kleine Wissens­häppchen zwischen­durch. Wie solches „Finger­food fürs Gehirn“ funktioniert, hat Mag. Alexander Leiningen-Wester­burg am Rande der Learntec in Karls­ruhe erklärt.

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Leiningen-Westerburg ist im Partnernetzwerk des Wiener Unternehmens KnowledgeFox Spezialist für öffentliche Verwaltung, drückte das Produkt aber auch der eigenen Tochter in die Hand – die damit ein Begabtenstipendium ergattert hat. Der typische Anwendungsfall, erklärt er im MittelstandsWiki-Interview, ist ein Fertigungsunternehmen mit indirektem Vertrieb: „Da muss ich ja die Verkäufer irgendwie schulen auf mein Produkt. Und das geht damit sehr gut.“

KnowledgeFox ist ein cleveres System für (mobiles) Microlearning. Eine App (iOS und Android) im Look-and-feel der Firma erkennt, wann die Anwender gerade Zeit hätten. Dann spielt sie eine Wissensfrage aus, die neugierig auf mehr macht. Der Schritt von „Oh, das weiß ich!“ zu „Das weiß ich nicht, das möcht’ ich aber wissen“ fällt damit denkbar leicht. „Man kommt so anders ins Gehirn hinein als beim typischen Lernen“, betont Leiningen-Westerburg. „Sie bekommen Ihre Lerninhalte in kleinen Häppchen.“ Diese kompakten Microlearning-Einheiten setzen letztlich die grundlegende Erkenntnis um, dass üben nichts anderes bedeutet als etwas immer wieder tun:

„Zwischendurch lernen, dann lernen, wenn ich Zeit hab’, kurz, aber immer wieder wiederholt, damit sich das Wissen auch verfestigt – genau in diese Richtung geht’s.“

KnowledgeFox zufolge erliegen die Anwender durchschnittlich 1,8 Mal pro Tag diesem Lernreiz – auch deshalb, weil das Lernerlebnis individuell an den Wissensstand angepasst wird (Adaptive Learning). Zusätzlichen Ansporn kann das Extra KnowledgeMatch geben; es fügt dem Microlearning noch eine Gamification-Logik hinzu. Mitarbeiter können Lernpunkte sammeln und spielen gegeneinander um den Rekord.

So schlank das Lernerlebnis auf Anwenderseite ist, so groß ist andererseits die Funktionsbreite, die von der Medienintegration bis zum ausführlichen Reporting reicht. Gleichwohl fällt es Unternehmen mit dem Kartensystem und einem Easy Authoring Tool ausgesprochen leicht, etwa ihr Produktwissen in KnowledgeFox-Inhalte zu übertragen (das kann man für sich auch kostenfrei ausprobieren).

Entstanden ist KnowledgeFox ursprünglich aus einer Diplomarbeit an der Universität Innsbruck. Von dort ging es ans Mobile Knowledge Lab der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft (RSA FG). Das Innovationszentrum hielt bis 2017, als die schwedische Bonnier-Gruppe übernahm, auch wesentliche Anteile des 2012 gegründeten Start-ups. Peter A. Bruck, wissenschaftlichen Gesamtleiter und CEO der RSA FG, war darum auch einer der beiden Gründer, neben dem heutigen Geschäftsführer Gregor Cholewa. Mit Großkunden wie Voestalpine oder Samsung Austria hat KnowledgeFox seinen Kundenschwerpunkt bislang in Österreich. In der Steiermark üben sich z.B. die Studenten der Medizinischen Universität Graz damit erfolgreich in Lernfächern wie Histologie und Pharmakologie, in Niederösterreich gibt es zu den berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengängen der Donau-Universität Krems eine eigene E-Learning-App von KnowledgeFox.

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