Heißer Sommer

Ein Fünftel der Betriebe beklagt Hitzefolgen

Sommerglut

Sommerglut
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Die Hitzewelle hinterlässt in der deutschen Wirtschaft ihre Spuren, wie eine Blitzumfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price­water­houseCoopers (PwC) ergab. Demnach spürt jedes zweite Unternehmen die Auswirkungen der hohen Temperaturen auf seine Geschäftsstätigkeit. Die Bandbreite reicht von sinkender Pro­duk­ti­vi­tät der Mitarbeiter bis hin zu längeren Maschinenstillstandszeiten aufgrund von hitzebedingten Reparaturen. Allerdings halten sich die Umsatzeinbußen noch im Rahmen: Lediglich 9 % der Groß­un­ter­neh­men und nur 6 % des Mittelstands fühlen sich bisher betroffen. Eine Zunahme beklagt die Wirtschaft jedoch vor allem beim Krankenstand.

16 % der Großunternehmen verzeichnen vermehrt Krankmeldungen, im Mittelstand sind es 7 %. Außerdem nutzen viele Beschäftigte das schöne Wetter, um kurzfristig Urlaub zu nehmen. Bei 21 % der Groß- und 16 % der mittelständischen Unternehmen steigt die Urlaubsquote durch spontane Ferien der Mitarbeiter deshalb an.

Umgekehrt zeigen die Chefs Verständnis für die Hitzeprobleme ihrer Beschäftigten: Mehr als jeder Zweite kaufte seinen Mitarbeitern Ventilatoren gegen die hohen Temperaturen. Durstlöscher gehören bei zwei Drittel aller Befragten zum selbstverständlichen Service, um den Beschäftigten das Arbeiten zu erleichtern. Schwerer tun sich die Unternehmen indes mit einem an die hohen Temperaturen angepassten Umgang mit Bekleidungsvorschriften, Arbeitszeit und vor allem dem Arbeitsort. Peter Bartels, Leiter des Geschäftsbereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC: „Eine Lockerung der Kleiderordnung oder eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten kommt jeweils für die Hälfte der Unternehmen nicht infrage. Das Angebot, Aufgaben von zu Hause zu erledigen, erhalten dagegen nur 5 % der Mitarbeiter.“

Nicht nur die Hitze beeinträchtigt den Geschäftsverlauf der deutschen Unternehmen. Auch der kalte vergangene Winter hat sich in den Bilanzen niedergeschlagen. Jeder vierte Befragte sieht sein Geschäftsergebnis durch die lange Kälteperiode beeinflusst. Drei Viertel der befragten Unternehmen sind davon überzeugt, dass es in Deutschland künftig häufiger zu extremen Wetterlagen kommen wird.

Anpassungsschwierigkeiten

Der Wille, das eigene Unternehmen auf Hitze- und Kältewellen besser einzustellen, ist noch nicht besonders ausgeprägt. Nur jeder Zehnte hat hier schon konkrete Vorstellungen (einzelne Vorschläge der Befragten):

  • Modernisierung von Büros und Neubau von Lagerhallen
  • Neukauf von Maschinen, die hitzeresistent sind
  • Anschaffung von Klimaanlagen
  • Flexibilisierung von Arbeitszeiten
  • Umstellung des Kantinenessens (leichte Kost)
  • Anpassung von Urlaubszeiten

Eine erfreuliche Kehrseite gibt es jedoch auch: 12 % der mittelständischen Unternehmen verzeichnen derzeit eine hitzebedingte Sonderkonjunktur (z. B. Getränke-, Textileinzelhandel, Ventilatoren- und Klimaanlagenhersteller).

(PwC / ml)

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