CeBIT 2011
Das waren die Höhepunkte der Messe

Cloud Computing war erwartungsgemäß das wichtigste Thema auf der CeBIT 2011. Ob, wie und wann es im Mittelstand tatsächlich ankommt, ist eine andere Sache. Dieses Video* zeigt eine sehenswerte Bestandsaufnahme. So war es nur folgerichtig, dass auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Preisträger seines IT-Technologiewettbewerbs Sicheres Cloud Computing für Mittelstand und öffentlichen Sektor – Trusted Cloud auf der Messe bekannt gab. Was es sonst noch Neues gibt, hat Sabine Philipp für Sie mitverfolgt.

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Cloud Computing schafft sich Maßstäbe

Mit dem Cloud-Computing-Wettbewerb des BMWi sollen die Entwicklung und Erprobung von innovativen, sicheren und rechtskonformen Cloud-Computing-Diensten mit insgesamt rund 50 Mio. Euro gefördert werden. Unter den Gewinnern ist u.a. das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in München, das mit anderen Partnern das Projekt Sealed Cloud realisieren darf. Dessen Ziel ist die Schaffung einer Infrastruktur, in der es dem Betreiber u.a. gar nicht möglich sein soll, auf die Kundendaten zuzugreifen.

Sicherheit soll auch das neue Gütesiegel EuroCloud Star Audit SaaS des Verbands EuroCloud Deutschland_eco schaffen, das auf der CeBIT vorgestellt wurde. Für das Produktkennzeichen werden laut Verband Cloud-Services-Anbieter in unterschiedlichen Bereichen durch unabhängige Auditoren geprüft. Dabei sollen je nach Anforderung unterschiedliche Zertifizierungstiefen erlangt werden können. Der Prüfkatalog des EuroCloud Star Audit SaaS wurde in enger Abstimmung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt.

Eintritt frei für den neuen Ausweis

Ein großes Thema war auch der neue Personalausweis, bei dem eine Online-Ausweisfunktion für die elektronische Übermittlung von Daten freigeschaltet werden kann. Besucher, die diese Option aktiviert hatten, durften die Messe übrigens kostenlos betreten – so wie Thomas de Maizière, der – bevor er sich über Nacht vom Bundesinnenminister zum Verteidigungsminister veränderte – medienwirksam mit gutem Beispiel voranging. Wer ausprobieren wollte, welche Möglichkeiten der neue Ausweis bietet, wurde im Test- und Demonstrationszentrum neuer Personalausweis des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) fündig.

Sabine knüpft Stellenkontakte

Die Suche nach einem passenden Mitarbeiter ist meist nicht leicht. Zusätzlich erschwert wird sie durch die Tatsache, dass es für viele Berufe keine eindeutige Bezeichnung gibt. Da eine reine Schlagwortsuche hier oft nicht weiterhilft, haben Wissenschaftler der Universität des Saarlandes gemeinsam mit der imc information multimedia communication AG das SABINE-Projekt auf die Beine gestellt, eine Internet-Plattform, in die Arbeitssuchende ihren Lebenslauf eingeben und besondere Qualifikationen wie Computer- oder Sprachkenntnisse vermerken können. Anschließend durchsucht das System Internet-Stellenbörsen nach Angeboten, die möglichst genau zum Bewerberprofil passen. Eine Verknüpfung zu sozialen Netzwerken ermöglicht es, dass sich Anwender z.B. über ihre Facebook-Kennung einwählen können.

Geodaten-Kodex schwört auf Transparenz

Geodatendienste verärgern viele Hausbesitzer, die nicht möchten, dass ihre Immobilien im Internet veröffentlicht werden. Auf der CeBIT 2011 hat nun BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer an Dr. Thomas de Maizière den Datenschutz-Kodex für Geodatendienste überreicht, der von den Unternehmen Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, ED Encourage Directories, Google, Microsoft, Nokia, Panogate und Panolife unterzeichnet wurde. Weitere Unternehmen können beitreten.

Nach aktueller Planung soll die Selbstverpflichtung bis Herbst 2011 umgesetzt worden sein, die technischen und organisatorischen Vorbereitungen sollen laut Scheer im Anschluss an die CeBIT beginnen. Ziel ist u.a. die Erstellung eines zentralen Internet-Portals, auf dem sich Bürger über die Dienste und ihre Rechte informieren können. Links sollen direkt auf die Widerspruchsseiten der beteiligten Anbieter führen; ein Veto soll aber auch per Brief möglich sein. Daneben soll eine kostenlose telefonische Beratungsstelle Fragen beantworten und Hilfe anbieten.

Germany macht Software

Weltweit genießen deutsche Produkte einen guten Ruf. Von diesem positiven Image soll auch die Softwareindustrie profitieren. Zu diesem Zweck hat der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) das Siegel Software Made in Germany vorgestellt, eine Initiative zur Stärkung des IT-Standorts Deutschland. Weitere Informationen hierzu gibt es unter www.software-made-in-germany.org.

IT-Studie ermuntert Mittelständler

Die IT-Budgets werden im laufenden Jahr um 3,6 % steigen. Dabei soll ein großer Teil in den Bereich Forschung und Entwicklung fließen. Das besagt die IT-Studie 2011, die das Handelsblatt und die Internationale Managementberatung Droege & Comp. am Mittwoch vorstellten. Laut Herausgeber spiegelt das Ergebnis die schnelle Durchdringung der Unternehmen mit mobilen Geräten wie dem iPad wider, die neue Geschäftsideen wie etwa innovative Apps ermöglichten. Besonders überraschte ein anderes Studienergebnis:

„Trotz des anhaltenden Kostendrucks setzen die Unternehmen eindeutig auf die Vielfalt ihrer IT-Lieferanten, wollen sich nicht von nur einem großen Anbieter abhängig machen.“

Die Größe des Partners sei dabei kein entscheidendes Auswahlkriterium. Viel wichtiger seien Zuverlässigkeit (27 % der Nennungen) und Qualität (25 %); der Preis wird erst an dritter Stelle genannt (18 %). Befragt wurden 315 Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen aus dem deutschsprachigen Raum.

Telefon findet Regenschirm

Eine ganz besondere Erfindung hat das Team um Prof. Dr.-Ing. Klaus David von der Universität Kassel mit dessen Ausgründung PhoneTec entwickelt und vorgestellt: PT Guard, eine Handysoftware, die mittels Bluetooth-Verbindung überwacht, ob sich Aktenkoffer, Mantel und Notebook noch in Reichweite befinden. Sobald sich die Gegenstände nicht mehr in der näheren Umgebung befinden, schlägt das Gerät durch Klingeln, Vibrieren und eine Display-Anzeige Alarm.

Post setzt auf sichere Kommunikation

Die Deutsche Post warb nicht nur für den E-Postbrief, sondern stellte auf der CeBIT auch gleich die neu gegründete Deutsche Post gemeinnützige Gesellschaft für sichere und vertrauliche Kommunikation im Internet vor, mit der sie u.a. die Einrichtung eines entsprechenden Lehrstuhls an der TU München unterstützt.

Daneben hat die Post eine Kooperation mit dem Online-Auktionshaus eBay angekündigt. Demnach soll der E-Postbrief so weiterentwickelt werden, dass er als Verifizierungsinstrument in die eBay-Prozesse integriert werden kann. Für Publizierende dürfte außerdem ein weiteres Post-Projekt interessant sein: der neue Online-Marktplatz DieRedaktion.de, der Journalisten, Verlage, Corporate-Publishing-Dienstleister sowie Unternehmen und Verbände auf einer Plattform zusammenführt.

Unverstandene IT-Richtlinien nützen nichts

Dass Policies notwendig sind, die klären, wie Firmen-PCs genutzt werden sollen, haben laut G Data viele Unternehmer bereits erkannt. Worauf sie bei der Einführung achten sollten und wie sie ihre Mitarbeiter dazu motivieren können, die Vorgaben auch einzuhalten, diskutierten Experten am Dienstag in der Talk-Reihe in der G Data-Arena.

Laut Dr. Johannes Wiele, TÜV Rheinland i-sec GmbH, wirkten Policies nur, wenn sie von Menschen verstanden, akzeptiert und umgesetzt werden. Pures Verkünden reiche nicht. Um Verständnis müsse man werben. Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph vom ComputerClub 2 sagten rundheraus, dass die beste Policy nichts nützt, wenn die Mitarbeiter nicht verstehen, warum sie sich daran halten sollen. Erst wenn ihnen die Zusammenhänge und die möglichen Gefahren klar würden, könnten sie mithelfen, die Klippen zu umschiffen – und sie würden dann auch, wie selbstverständlich, die Firmenregeln einhalten.

BITKOM stärkt TÜBİSAD-Kooperation

Nicht zuletzt wurde die Rolle des diesjährigen CeBIT-Partnerlands gewürdigt. Der BITKOM unterzeichnete mit dem türkischen Verband TÜBİSAD ein umfassendes Kooperationsabkommen.

„Für deutsche Firmen gibt es große Chancen, denn der türkische Hightech-Markt ist der dynamischste Europas und Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Türkei“,

betonte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer auf der Messe. Laut TÜBİSAD präsentierten sich 92 türkische Aussteller auf der CeBIT 2011.

Nützliche Links

* Quelle: Telekom Deutschland