Thermische Reststoffverwertung
Pilotanlage heizt mit Abfall aus Lack oder Kunststoff

Eine Anlage, mit der sich brennbare pulverförmige Industrieabfälle wie Lackpulver oder Schleifstäube thermisch verwerten lassen, präsentiert das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF aus Magdeburg auf der laufenden Hannover Messe (8.–12. April 2013).

Die innovative Verbrennungsanlage soll vor allem Entsorgungs- und Heizkosten einsparen. „25 % des Erdgases, das üblicherweise zum Heizen verwendet wird, lassen sich so an einem Referenzstandort einsparen, und zudem 100 % der Entsorgungskosten“, sagt Marcus Kögler, Projektverantwortlicher am IFF. Bei größeren Leistungen könne die Anlage sogar Strom erzeugen, der sich ins Netz einspeisen lässt.

Die IFF-Anlage besteht aus drei Grundeinheiten: dem Staubbrenner, der Warmwasserbereitung und der Filteranlage. Der pulverförmige Abfall wird mit Druckluft in den Brenner gefördert, dort gezielt verwirbelt, mit Luft in Kontakt gebracht und verbrannt. Wasser speichert die entstehende Wärme und heizt damit Räume oder Trockenkammern. Die Abgase, die bei der Verbrennung entstehen, werden abgesaugt und in der Filteranlage gereinigt. Dabei sei der Staubbrenner etwa 50-mal kleiner als herkömmliche Exemplare – und bringe auch nur etwa 2 % der Leistung. Der Vorteil: Der Brenner lohne sich daher auch für geringere Entsorgungsmengen, wie sie in kleinen und mittelständischen Betrieben anfallen.

Temperaturverteilungen und Strömungswege in diesem kleinen Brenner wurden auf Basis verschiedener Simulationen berechnet. Eine Pilotanlage läuft bereits beim IFF-Industriepartner MBG Metallbeschichtung Gerstungen GmbH. Das Unternehmen spare ein Viertel des vorher benötigten Erdgases ein.

Je nachdem, welches Pulver in einem Betrieb anfällt, müssen die Forscher neue Anlagen jeweils an die Anforderungen anpassen. Mehr Informationen zur thermischen Reststoffverwertung, zur Flugstromfeuerung und der Pilotanlage geben die IFF-Experten vom 8. bis 12. April auf der Hannover Messe in Halle 2, Stand D18. (Quelle: Fraunhofer-Institut IFF/hw)