Wenn mehr Besucher kommen als normal

Es gibt Tage, da zählen die Counter einer Website ohne ersichtlichen Grund deutlich mehr Besucher als an anderen Tagen. Dabei hat man nichts Neues geschrieben oder sonst etwas unternommen, was dem höheren Traffic förderlich gewesen sein könnte. Dann kann es fast nur noch am Wetter liegen. Das ist gut für die Statistik, hat aber wenig mit der Realität zu tun. Jüngst geschehen bei TippsBlogger.DE.

Das kleine „Writer’s Home 4 The Googless“ dient lediglich als Portblog für private Blogger mit einer Handvoll Beiträgen, die wirklich nicht der großen Rede wert sind. Aber seit ein paar Tagen laufen dort die Zähler heiß. Der Grund dafür sind so genannte Crawler und Bots der verschiedensten Suchmaschinen und sonstigen Indizes, die zufällig ihre Arbeit verrichten. Analysiert man die IP-Adressen in den verschiedensten Log-Dateien, kommt schnell Ernüchterung auf:

Allein Avantgo und Google vergnügten sich an einem Tag mehrere Dutzend Mal mit jeweils verschiedenen Internet Protocol-Nummern an den Inhalten, die zumindest Google eher weniger gefallen dürften. Denn Google fällt deshalb unangenehm ins Gewicht, weil diese Suchmaschine Tippsblogger zwar regelmäßig durchsucht, aber nicht indiziert. Hinzu kommen ständig neue mehr oder weniger als Index getarnte Linkfarm-Mutationen, die aus fremder Arbeit Kapital schlagen.

Eine gute Anlaufstelle, um IP-Adressen zu analysieren, sind die „Free Online Network Utilities“ auf Central Ops. Mit dem Domain Dossier und etwas Gespür für Domain-Inhaber lässt sich schnell in Erfahrung bringen, ob hinter auffällig ähnlichen Nummern eines Adressraums wirklich interessierte Besucher oder nur automatisierte Prozesse stecken.

Vorsicht vor Stolperfallen in Schnupperabos!

In besonders günstigen Schnupperangeboten im Internet verbergen sich häufig Fallen. Haken und Ösen lauern meist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Deshalb empfiehlt die Computerzeitschrift PC Professionell:

Die Tricks seien oft identisch, egal ob 100 Gratis-SMS angeboten würden, vier Wochen Zugang zu Usenet-Servern für nur einen Euro oder zwei Wochen kostenlose Proben. Auf E-Mails mit Kündigungen werde nicht reagiert, stattdessen würden entsprechende Mails nach offizieller Darstellung häufig als Spam gefiltert und kämen nicht an. Darum sollte man eine Abo- oder Testphase am besten mit einem Einschreiben beenden – unter Beachtung der in den AGB festgelegten Kündigungsfrist.

Lastschriften vom eigenen Konto kann man innerhalb von 6 Wochen bei seiner Bank kostenlos stornieren lassen. Deshalb sollte man seine Kontodaten regelmäßig kontrollieren, zumal es aus eigener Erfahrung selbst nach Jahren der Kündigung zu erneuten Falschbuchungen kommen kann.

Kostenloses Tarnprogramm JAP arbeitet schneller

Tarnprogramme, mit denen Surfer im Internet ihre wahre Identität verbergen können, arbeiten zu langsam. Weil Anfragen an Seiten über so genannte Proxy-Server geleitet werden, stehe und falle die Schnelligkeit der Verbindung mit deren Leistungsfähigkeit. Doch an der Performance und Zuverlässigkeit der Proxys hapert es, ergab der Test einer Computerzeitschrift.

Zur Untersuchung wurde die PC Professionell-Website mit der Anonymisierungssoftware Simontools Cyberghost 2006 von S.A.D. geladen: In durchschnittlich 23,6 statt normalerweise 3,8 Sekunden. Zudem schlug etwa jeder dritte Zugriffsversuch fehl, selbst nach über einer Minute waren nur wenige Seitenelemente zu sehen. Mit erhöhen Anforderungen schwankte die Ladezeit für die Testseite zwischen 10,7 und 187,2 Sekunden. Ähnliche langsame Ergebnisse brachte auch ein anderes Tarnprogramm, Steganos Internet Anonym 2006.

Als Alternative empfehlen die Tester das kostenlose JAP von der TU Dresden, das mit kaskadierten Zwischenstationen, so genannten Mixes, arbeitet (Quelle: PC Professionell 4/06).

Internet Movie Database besser als Filmlexikon

Auf das „Neue Filmlexikon 2006“ von Systhema/USM zum Preis von 50 Euro soll kein Verlass sein. In einem Test der Computerzeitschrift PC Professionell erreichte das Programm lediglich die Note mangelhaft. Eine bessere Alternative sei die kostenlose Internet Movie Database.

Zwar sei die Anzahl der im „Neuen Filmlexikon 2006“ behandelten Filmtitel groß. Allerdings relativieren sich die Zahlen aufgrund zahlreicher Alternativtitel, Dubletten und fehlerhafter Angaben. So reduziert sich die Zahl von über 165.000 Streifen auf insgesamt
etwa 75 000 Filme. Erschreckend sei auch die Qualität des Lexikons. Allein 15 Minuten nach dem ersten Start fanden die Tester schon zehn gravierende Fehler wie falsche Namen, falsche Werkzuschreibungen oder lebende Personen, die als verstorben geführt sind.

Auch Detailinfos seien nicht auf dem aktuellen Stand und sehr lückenhaft. Bei insgesamt etwa 8000 Bildern in oft nur ausreichender Qualität gingen viele Filme ebenfalls leer aus. Die Filmtrailer-Clips seien zwar von guter Qualität, doch willkürlich ausgewählt. Die Bedienung falle leicht, aber es würden wichtige Funktionen fehlen (Quelle: PC Professionell 4/06).

Webmaster müssen Halo-Effekt beachten

Im Bruchteil einer Sekunde entscheiden Websurfer, ob eine Website gefällt, uninteressant oder gar unseriös ist. Das ergab eine Untersuchung der Universität Ottawa in Kanada.

Freiwilligen wurden sehr kurz Bilder von Webseiten gezeigt, die vorher als leicht lesbar oder besonders unübersichtlich eingestuft wurden. Die Testpersonen wurden danach gebeten, auf einer Skala zu bewerten, wie ansprechend sie eine Seite fanden. Obwohl die Bilder nur für 50 Millisekunden gezeigt wurden, waren die Bewertungen sehr ähnlich zu denen, die nach längerer Begutachtung einer Website gefällt wurden. 50 Millisekunden genügten danach, bis ein Surfer eine mehr oder weniger feste Meinung über eine Website gefunden hat.

Psychologen nennen dies den Halo-Effekt. Die Surfer, die einen guten ersten Eindruck von einer Website hatten, blieben auch später dabei. Damit bewiesen sie sich selbst, dass sie eine gute erste Entscheidung getroffen hatten. Der Grund dafür sei, dass Menschen gern Recht haben und bestätigt werden wollen. Notfalls bestätigen sie sich eben selbst, auch wenn dies unbewusst geschehe. Deshalb sollten Websites unbedingt frei von Barrieren sein (Quelle: Internet Professionell 4/06).

Google-Alternativen wollen Suchen belohnen

Yahoo plant, Nutzern seiner Suchmaschine Vergünstigungen einzuräumen, wenn sie sich festlegen. Als Anreize seien Mail-Speicherplatz, Musikdownloads, Spenden an wohltätige Organisationen, Guthaben für VoIP-Gespräche ins Festnetz und Flugmeilen denkbar. Ähnliches plant auch MSN. Microsoft-Chef Bill Gates soll angekündigt haben, Besucher zu entlohnen, in dem sie gegebenenfalls am Werbeumsatz beteiligt würden.

Hintergrund dieser Überlegungen seien geringe Marktanteile von MSN und Yahoo gegenüber Platzhirsch Google. Der Branchenprimus erreichte im Dezember 2005 einen Marktanteil von 48,8 Prozent (plus 5,7 Prozent), während Yahoo und Microsoft bei 21,4 beziehungsweise 10,9 Prozent landeten und damit 0,3 und 3,1 Prozent einbüßten (Quelle: Internet Professionell 4/06).

Virenscanner brauchen zusätzliche Programme

Gefährliche PC-Schädlinge würden von vielen aktuellen Virenscannern einfach übersehen werden. Schutz böten lediglich Tools zum gezielten Aufspüren von so genannten Rootkits, die sich tief im System verstecken und interne Daten vom eigenen Rechner weiterleiten, ergab eine Untersuchung von PC Professionell.

Ein von allen gängigen Virenscannern erkanntes Exemplar des Netsky.C Wurms wurde auf einen Testrechner eingeschleust, in dem das Rootkit aktiviert und die verseuchte Datei damit versteckt wurde. Weder der Windows-Explorer noch der dir-Befehl im DOS-Fenster zeigten die Datei dann noch an. Geradezu erschreckend war aber, dass die Programme von GData, McAfee und Panda sowie das neue Antivir den Schädling auch nicht mehr aufspürten. F-Secure Anti-Virus brachte bei einem Scan über alle Laufwerke (Festplatten nach Viren scannen) auch keine Meldung – erst bei der Option Computer vollständig überprüfen oder Rootkits nach Spyware scannen wurde er fündig. Norton Antivirus identifizierte Netsky trotz Tarnkappe auf Anhieb. Nur die Bildschirmausgabe stiftete etwas Verwirrung: Im Test meldet der Scanner sechs verbleibende Risiken, zeigte aber nur eines davon an (eine ungetarnte Datei). Nach deren Entfernung verblieben angeblich noch fünf Risiken, während laut einer anderen Meldung alle behoben waren.

Nur der Rootkit Revealer spürte im Test Rootkits und versteckte Malware sicher auf. Ergänzend zum Antiviren-Programm bietet die Firma F-Secure eine Rootkit-Erkennung namens Blacklight als kostenlose, aber zeitlich begrenzte Einzellösung an. Beide Programme fanden im Test alle Dateiverstecke (Quelle: PC Professionell 4/06).