Book A Tiger
Unternehmensgründungen machen süchtig

Claude Ritter, Book A Tiger
Claude Ritter, Book A Tiger

Mit 35 Jahren baut Claude Ritter in Berlin gerade seine fünfte Firma auf, die Cleaning-Service-Plattform Book A Tiger. Hatten wir im ersten Teil unseres Interviews mit dem Berliner Gründer noch über die Ideengeschichte hinter dem Start-up und über seine Erfolgsrezepte gesprochen, so wollten wir nun u.a. von ihm wissen, wie er und sein Mitgründer Nikita Fahrenholz Investoren fanden und wohin die Reise gehen soll. Schließlich sollte er uns schildern, wie sich ein Porsche denn so fährt.

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Zunächst wollten wir klären, warum Ritter und sein Partner die Putzhilfen, die sich über die Plattform vermitteln lassen wollen, vor der Aufnahme in die Datenbank einer Prüfung unterziehen. Ritter: „Wir schicken die Reinigungskräfte in den meisten Fällen zu den Leuten nach Hause.“ Dort kommen diese nicht selten mit Wertgegenständen, privaten Unterlagen und anderen sensiblen Gegenständen in Berührung. Mitunter erhalten sie sogar den Schlüssel zum Haus oder zur Wohnung, um in Abwesenheit der Bewohner zu arbeiten. Mit der Aufnahmeprüfung, so Ritter weiter, „wollen wir sicherstellen, dass da nichts passiert.“

Der nächste Punkt unserer Fragenliste: Wie kamen die beiden Gründer an Investoren? Als wesentlicher Vorteil bei der Suche nach Inverstoren – so Ritter – hätten sich die bereits bestehenden Kontakte zu Investoren aus den vergangenen vier Gründungen erwiesen. Außerdem habe vor allem die letzte Gründung, Lieferheld.de, den Investoren bereits bewiesen, dass Ritter und sein Mitgründer keine Träumer, sondern erfolgreiche Macher sind.

Trotz eines vergleichsweise geringen Umfangs der Kapitalspritze von rund 1,3 Mio. Euro verschafften die Investoren dem Start-up einen Startvorteil gegenüber den meisten Konkurrenten. Dennoch sei ein Zeitpunkt für den voraussichtlichen Break-even schwer zu benennen. Das hätten ihm seine Erfahrungen in der Vergangenheit gezeigt, erklärt uns Ritter: „Zu viele unterschiedliche Faktoren haben darauf einen Einfluss.“

Für die Zukunft planen die beiden Gründer, zunächst einmal in Deutschland die Nummer eins zu werden. Ein Auslandsengagement habe man aber nur bedingt im Blick. Da er, Ritter, eigentlich aus der Schweiz komme, liege ein Engagement in der Schweiz nahe. Ebenfalls denkbar sei eine Expansion nach Österreich.

Spätestens bei der Frage, ob nach einem erfolgreichen Aufbau der Plattform ein nächstes Start-up anstehe, wurde uns klar, dass Claude Ritter ein Junkie ist – ein Gründer-Junkie. Er wolle das nicht ausschließen, ließ er uns wissen. Zwar fühle er sich schon reichlich alt für eine weitere – dann sechste – Gründung, aber „man lernt halt immer viel und will das dann auch anwenden.“

Eine weitere Frage konnten wir uns nicht verkneifen: „Wann fahren Sie Porsche?“ Die Antwort kam uns irgendwie sympathisch bekannt vor: „Ich habe gar kein Auto.“ Um dann doch noch nachzuschieben, dass er sich allerdings einen leisten könnte, wenn er darauf Wert legte. (ml)